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28.02.2012

08:16 Uhr

US-Studie

Macht Reichtum unmoralisch?

Eine Studie von US-Forschern behauptet, dass reiche Menschen eher dazu bereit sind, moralische und andere Regeln zu brechen. Möglicherweise könnte Reichtum unmoralisch machen - oder unmoralisches Verhalten reich.

Der Charakter Gordon Gekko (links) im Film „Wall Street - Geld schläft nicht“. Sein Motto: „Gier ist gut“ ist offenbar ein Leitmotiv, das viele Angehörige hoher sozialer Schichten teilen. 20th Century Fox

Der Charakter Gordon Gekko (links) im Film „Wall Street - Geld schläft nicht“. Sein Motto: „Gier ist gut“ ist offenbar ein Leitmotiv, das viele Angehörige hoher sozialer Schichten teilen.

WashingtonIm Straßenverkehr gelten Fahrer von „dicken Karren“ als rücksichtslos und dreist. Einer aktuellen Studie zufolge entspricht dieses Vorurteil tatsächlich der Realität. Reiche Menschen in teueren Autos verletzen die Verkehrsregeln eher als Fahrer von Mittelklassewagen. Und noch mehr: Angehörige der Oberschicht lügen und mogeln der Untersuchung zufolge auch eher als Mitglieder unterer sozialer Schichten, berichten Wissenschaftler im Fachblatt PNAS. Ihre Begründung: Reiche Leute haben einfach eine positivere Einstellung zur Gier. Sie finden nichts dabei, sich zu nehmen, was sie haben wollen und verletzen dabei eher gängige Regeln und Moralvorstellungen.

Ausgangspunkt für die siebenteilige Analyse der Forscher um Paul Piff von der University of California (Berkeley/US-Staat Kalifornien) war eine ganz einfache Frage: Welche soziale Klasse verhält sich eher unmoralisch - die Oberschicht oder die Unterschicht? Sie testeten das zunächst im Straßenverkehr. An einer vielbefahrenen Kreuzung, an der die Vorfahrt mit Stopp-Schildern geregelt ist, beobachteten sie, ob und welche Autos anderen die Vorfahrt nahmen. Die Wissenschaftler notierten Marke und Zustand des Wagens und beurteilten Geschlecht und ungefähres Alter des Fahrers. Es zeigte sich, dass die Fahrer von Oberklassewagen häufiger die Verkehrsregeln missachteten und andere schnitten. Sie ignorierten auch Fußgänger an einem Zebrastreifen deutlich häufiger als dem Anschein des Wagens nach weniger reiche Leute, zeigte ein weiterer Versuch.

Die Wissenschaftler vertieften ihre Beobachtungen anschließend mit Hilfe von geplanten Experimenten. Sie ließen zum Beispiel Studenten am Computer einige Aufgaben bearbeiten. Unter anderem sollten sie ihre soziale und wirtschaftliche Position auf einer zehnstufigen Leiter selbst einschätzen und mit dem US-Durchschnitt vergleichen. So wollten die Wissenschaftler die Probanden dazu bringen, sich ökonomisch betrachtet besser oder schlechter zu fühlen als andere Menschen und damit verbunden, eine entsprechende Geisteshaltung einzunehmen.

Kommentare (27)

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Skrupellose_Dumpfbacken

28.02.2012, 08:49 Uhr

Es gibt Menschen, die verdienen knapp 7000 € netto monatlich, bescheissen dann aber trotz selbstverschuldeten Schadensfällen ihre Versicherung.


Armut_ist_unmoralisch

28.02.2012, 09:14 Uhr

Ja ja die alte Leier mit die Reichen sind schlecht!
Diese Behauptungen wurden vor Jahrhunderten von der Kirche und den Adel verbreitet damit es zu keinen Unruhen in den armen Bevölkerungsschichten kommt und die Kirche Geld verdienen kann.
Doch dies Vorurteile scheinen noch immer im Massenkollektiv vorzuherrschen.

Praxistest: Geht doch mal in ein gehobenes Villenviertel und dann in ein Ghetto (amerikanischer Verhältnisse mit Straßengangs)


Frage was glaubt ihr wohl wo ihr euch lieber aufhalten wolltet und wo ihr eher eure Kinder groß ziehen wollt.
Armut und der Mangel an Geld ist das eigentliche Problem!

Wen das jetzt für einen logisch klingt, kann das Unterbewusstsein trotzdem anderer Meinung sein durch Glaubenssätze aus der Kindheit die einen unbewusst deshalb von Geld „fern halten“

Praxistest: Geht doch mal in ein gehobenes Villenviertel und dann in ein Ghetto
Frage was glaubt ihr wohl was besser ist?

Petra

28.02.2012, 09:27 Uhr

Sehr guter Kommentar!

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