Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.08.2012

12:01 Uhr

Verhaltensforschung

Affen helfen Freunden schneller

Schopfmakaken achten sehr genau darauf, wer sie ruft: Auf Warnlaute von „Freunden“ reagieren sie schneller – und sind dann bereit, einen gefährlichen Feind in die Flucht zu schlagen.

Eine Gruppe Schopfmakaken bei der sozialen Fellpflege im Indonesischen Tropenwald nahe der Forschungsstation Tangkoko. Wenn die Tiere "um Hilfe rufen", eilen befreundete Artgenossen schneller zur Unterstützung herbei als andere. dpa

Eine Gruppe Schopfmakaken bei der sozialen Fellpflege im Indonesischen Tropenwald nahe der Forschungsstation Tangkoko. Wenn die Tiere "um Hilfe rufen", eilen befreundete Artgenossen schneller zur Unterstützung herbei als andere.

GöttingenWenn Schopfmakaken um Hilfe rufen, eilen befreundete Artgenossen schneller herbei als weniger gut befreundete. Das haben Verhaltensforscher vom Deutschen Primatenzentrum Göttingen gemeinsam mit britischen und indonesischen Kollegen bei Feldforschungen in Indonesien herausgefunden.

Für ihr Experiment in der Forschungsstation Tangkoko versteckten sich Wissenschaftler mit einem lebensgroßen Modell eines Python hinter Bäumen und zeigten es dann verschiedenen Schopfmakaken. Kollegen zeichneten dann die Rufe auf, die die Makaken ausstießen, wenn sie die Schlange entdeckten.

Die Rufe spielten die Forscher verschiedenen Affen vor - mal war es der Ruf eines befreundeten Gruppenmitgliedes, mal der eines Makaken, zu dem der Zuhörer keine enge Verbindung hatte. Dabei zeigte sich: Je näher die Affen einander standen, desto schneller waren sie bereit, den Feind gemeinsam in die Flucht zu schlagen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass enge soziale Bindungen, die über Verwandtschaft hinausgehen, schon weit vor der Menschwerdung eine zentrale Rolle spielten“, erläuterte die Leiterin der Nachwuchsgruppe Sexuelle Selektion bei Primaten, Antje Engelhardt. „Der gemeinsamen Verteidigung gegen Raubfeinde scheint dabei eine große Bedeutung zuzukommen.“

Die Erkenntnisse erlaubten auch Rückschlüsse auf die Entwicklung von sozialen Beziehungen bei Menschen, folgern die Forscher. Die Studie ist im Fachjournal „Proceedings of the Royal Society B“ erschienen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×