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27.12.2014

12:13 Uhr

Verhaltensstudie

Warum Kinder gegen Ungleichheit sind

Besser nichts für alle als weniger für mich: Dass es beim Teilen ganz gerecht zugeht, ist Kindern ungeheuer wichtig. Worauf dieses Verhalten basiert, glauben Forscher nun erkannt zu haben.

Unfaire Situationen lehnen Kinder ab – und das besonders, wenn sie selbst benachteiligt werden. dpa

Unfaire Situationen lehnen Kinder ab – und das besonders, wenn sie selbst benachteiligt werden.

New HavenKinder lehnen es aus Trotz ab zu teilen, wenn sie dabei weniger als ihr Gegenüber erhalten würden. Zu diesem Ergebnis kommt eine US-amerikanische Studie, die in den „Biology Letters“ der britischen Royal Society veröffentlicht ist. Bislang war unklar, ob nicht doch wie bei manchen Tieren eher Frustration der Grund für die Ablehnung von Ungleichheit ist.

Die Fähigkeit zur Kooperation mit Fremden ist beim Menschen im Vergleich zu Tieren besonders ausgeprägt. Unfaire Situationen lehnen Menschen aber ab - und das besonders, wenn sie selbst benachteiligt werden. Um sie zu vermeiden, sind Menschen sogar bereit, auf Dinge zu verzichten, damit andere nicht profitieren.

Wie Studien gezeigt haben, verhalten sich schon Vierjährige so. Vergleichende Forschungen mit Tieren lassen vermuten, dass diese Abneigung phylogenetische, als stammesgeschichtliche Wurzeln haben könnte: Auch einige Tiere lehnen eine weniger wertvolle Ressource ab, wenn sie sehen, dass ein Artgenosse eine bessere Belohnung erhalten hat. Weitgehend unklar sind allerdings die Motive für ein derartiges Verhalten.

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Die Neigung des Menschen, sich an Vergorenem zu berauschen, hat sich offenbar deutlich früher entwickelt als bislang vermutet: Schon für unseren letzten gemeinsamen Vorfahren mit den Affen war Alkohol ein Thema.

Bei Tieren wird davon ausgegangen, dass Frustration die Hauptursache für dieses Verhalten ist. Beim Menschen wird dagegen vermutet, dass Trotz die Ablehnung auslöst. Indem Individuen benachteiligende Ungerechtigkeit ablehnen, korrigieren sie den Rang, den das bevorteilte Individuum hat. Mit anderen Worten: Es ist besser für mich, wenn wir beide nichts haben, als wenn du mehr als ich hast.

Das Forscherteam um die Verhaltenspsychologin Katherine McAuliffe von der Universität Yale ging nun dem Grund für das missgünstige Verhalten nach. Die Wissenschaftler schufen eine Spielsituation, in der in mehreren Versuchen Süßigkeiten unterschiedlich verteilt wurden. Einbezogen wurden Kinder verschiedener Altersgruppen sowie Erwachsene, die eine verschieden verteilte Belohnung annehmen oder ablehnen konnten.

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