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13.02.2017

13:01 Uhr

Virtuelle Realität

VR-Brillen machen Schmerzen erträglicher

Augen auf und durch: Forscher haben herausgefunden, wie Virtual-Reality-Brillen das Schmerzempfinden von Menschen vermindern können. Dennoch werden Ärzte ihre Praxen in absehbarer Zeit kaum aufrüsten müssen.

In dem  Experiment wurde geprüft, ob eine Virtual-Reality-Brille einem Patienten helfen könnte, Schmerzen weniger stark zu empfinden. dpa

Virtuelle Realität lenkt ab vom Schmerz

In dem Experiment wurde geprüft, ob eine Virtual-Reality-Brille einem Patienten helfen könnte, Schmerzen weniger stark zu empfinden.

BarcelonaBeim Arztbesuch virtuelle Pinguine beim Schwimmen beobachten oder den Mount Everest besteigen – ein Ausflug in die virtuelle Realität kann Patienten von einer unangenehmen Behandlung ablenken. Forscher um Birgit Nierula von der Universität Barcelona haben nun in der Fachzeitschrift „Journal of Pain“ einen neuen Ansatz vorgestellt, der Patienten mithilfe von Virtual-Reality-Brillen helfen können, Schmerzen weniger stark zu spüren. Der Effekt ist allerdings überschaubar.

Forscher wissen seit Jahren, dass Menschen weniger empfindlich sind, wenn sie während einer schmerzhaften Behandlung auf ihren Körper sehen. Das haben Patrick Haggard und Matthew Longo vom University College London herausgefunden, als sie die Hände Freiwilliger mit einem Infrarot-Laser bestrahlten, um ihnen Schmerzen zuzufügen. Die Teilnehmer schauten währenddessen entweder ihre Hand oder aber ein kleines Buch an.

Dabei spürten jene Menschen, die auf ihre Hand sahen, den Schmerz schwächer. Auch das Schmerzzentrum ihres Gehirns war weniger aktiv als das jener Freiwilligen, die auf das Buch sahen. Forscher vermuten, dass sie beim Ansehen ihrer Hand deswegen weniger Schmerz spürten, weil sich ihr Körper auf den Laser vorbereitete und die Schmerzschwelle automatisch erhöhte.

Die Neurowissenschaftler um Nierula prüften nun, ob dieser Effekt auch mithilfe virtueller Realität funktioniert. Dabei nutzten sie ein psychologisches Phänomen: Bei der sogenannten Gummihand-Illusion nehmen Menschen unter bestimmten Umständen eine unechte Hand als Teil ihres Körpers wahr.

Die Forscher ließen 19 Freiwillige zunächst auf einem Stuhl sitzen und setzten ihnen eine Virtual-Reality-Brille auf. Durch diese sah jeder Proband eine Person, die in der gleichen Position auf einem Stuhl saß wie er selbst. Sie hielt einen Knopf in der linken Hand, genau wie der Teilnehmer.

Wenn nun der virtuelle Knopf vibrierte, spürte der Teilnehmer eine Vibration in der eigenen Hand. So sollte er die virtuelle Hand als Teil des eigenen Körpers empfinden.

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