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04.02.2016

01:50 Uhr

Virus

Anti-Zika-Aktion in Lateinamerika - Florida ruft Notstand aus

Das Zika-Virus verbreitet sich rasch. In Lateinamerika haben Gesundheitsminister bei einem Krisentreffen erste Maßnahmen beschlossen. Indes ruft der US-Bundesstaat Florida den medizinischen Notstand in vier Counties aus.

Hohes Infektionsrisiko

Gefährliches Virus: Zika-Check für brasilianische Fußballer

Hohes Infektionsrisiko: Gefährliches Virus: Zika-Check für brasilianische Fußballer

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MontevideoLateinamerika will den Ausbruch des Zika-Virus koordiniert bekämpfen. Die Gesundheitsminister Südamerikas sowie ihre Amtskollegen aus Mexiko, Costa Rica und der Dominikanischen Republik haben am Mittwoch auf einem Krisentreffen beschlossen, die wissenschaftlichen Verfahren zur Identifizierung des Virus zu vereinheitlichen. Auch soll die Bekämpfung des Überträgers, der Mücke Aedes aegypti, über Grenzen hinweg geführt werden.

„Es gibt weder magische Lösungen noch einfache Antworten“, erklärte Uruguays Gesundheitsminister Jorge Basso nach dem Treffen in Montevideo. Viel hänge vom Verhalten der Bevölkerung ab, weswegen die Informationskampagnen verstärkt werden sollen.

Brasilien, das am stärksten betroffene Land mit bis zu 1,5 Millionen Zika-Erkrankungen, bot unter anderem die Ausbildung von Sanitätern an. Auch soll internationale Hilfe angefordert werden. Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Castro teilte mit, sein Land habe bereits eine Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde CDC vereinbart, um unter anderem die Entwicklung eines Impfstoffes zu fördern.

Zika in Brasilien: Mit Drohnen gegen das Zika-Virus

Zika in Brasilien

Mit Drohnen gegen das Zika-Virus

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotfall ausgerufen. Die Bekämpfung der Überträger ist schwierig. Ein deutscher Drohnen-Hersteller sagt den Mücken nun den Kampf an.

Bislang ist der Zika-Erreger binnen weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht. Der US-Staat Florida hat in vier Counties (etwa: Landkreisen) den medizinischen Notstand ausgerufen. Zuvor waren neun Fälle mit Zika-Viren in Florida bekanntgeworden, alle Patienten hatten sich bei Reisen in betroffene Gebiete infiziert. „Obwohl alle neun Fälle von Auslandsreisen stammen, müssen wir vorbereitet sein und eine Ausbreitung verhindern“, sagte Gouverneur Rick Scott.

Die US-Gesundheitsbehörden wiesen unterdessen die Bürger auf Gefahren bei Reisen nach Jamaika und Tonga hin. Schwangere Frauen sollten geplante Aufenthalte verschieben.

Das Zika-Virus

Das Virus

Das Zika-Virus wurde erstmals 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald im afrikanischen Uganda festgestellt. Es tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf und wurde wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen.2007 wurde Zika im Pazifikraum (Mikronesien) festgestellt, einen größeren Ausbruch gab es 2013/2014 in Französisch-Polynesien.

Der Überträger

Das Zika-Virus wird durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht beobachtet.

Der Ausbruch

Seit 2015 beobachten Mediziner einen massenhaften Ausbruch, der in Brasilien seinen Anfang nahm und inzwischen ganz Lateinamerika betrifft.

Die Symptome

Zu den klassischen Symptomen einer Zika-Virus-Infektion zählen Hautausschlag und leichtes Fieber, seltener Erbrechen und Kopfschmerzen. Infektionen verlaufen meist mild, der Hautausschlag klingt üblicherweise nach etwa einer Woche ab, die anderen Symptome früher.

Die Gefahr

Es besteht der Verdacht, dass Zika-Infektionen von Schwangeren zu Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen führen können. In Brasilien wurden in den vergangenen Monaten rund 3900 Fälle der sogenannten Mikrozephalie registriert, eines zu kleinen Schädelvolumens bei Neugeborenen. In sechs Fällen hatten Schwangere sich mit Zika infiziert, bei Hunderten weiteren Fällen besteht ein entsprechender Verdacht.

Die Bekämpfung

Ein Impfstoff gegen das Virus existiert nicht, die Bekämpfung zielt daher auf den Überträger, die Aedes-Stechmücke. Mückenbekämpfungs-Programme wie jetzt Brasilien sind ein Weg, ein anderer ist der persönliche Schutz: Wer in Zika-gefährdete Regionen reist, sollte lange, bedeckende Kleidung tragen, freie Hautflächen mit Mückenschutzmitteln schützen und in mit Insektengittern gesicherten Räumen oder unter Moskitonetzen schlafen. Schwangeren rät das Auswärtige Amt inzwischen von Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen ab.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte am Montag den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Das Virus steht in dem Verdacht, Schädelfehlbildungen bei Embryonen auszulösen. Die Babys kommen mit zu kleinen Köpfen auf die Welt; eine geistige Behinderung ist meist die Folge. Normalerweise führen Zika-Infektionen nur zu grippeähnlichen Symptomen.

Von

dpa

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