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28.10.2014

00:49 Uhr

Vorsichtiges Aufatmen

Ebola-Test bei Fünfjährigem in New York negativ

Ein fünfjähriger Junge in New York wurde negativ auf Ebola getestet, bleibt aber noch im Krankenhaus. Eine US-Krankenschwester darf nach heftiger Kritik die Klinik verlassen.

Angst und Aufklärung: In den USA steigt die Furcht vor dem Virus. Die Behörden verteilen Info-Material. dpa

Angst und Aufklärung: In den USA steigt die Furcht vor dem Virus. Die Behörden verteilen Info-Material.

Newark/ConakryDer Verdacht auf Ebola bei einem fünfjährigen Jungen in New York hat sich zunächst nicht bestätigt. Er sei negativ auf das Virus getestet worden, teilten die New Yorker Gesundheitsbehörde und das Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, am Montag mit. Der Junge, der vor kurzem in Westafrika gewesen ist, bleibe dennoch auf der Isolierstation des Bellevue Hospital. Dort soll er nochmals auf das Virus getestet werden, um sicherzustellen, dass sein leichtes Fieber nicht in Zusammenhang mit der Seuche steht.

Eine vor kurzem aus Westafrika zurückgekehrte US-Krankenschwester hat unterdessen am Montag die Klinik in New Jersey verlassen. Kaci Hickox habe 24 Stunden lang keine Symptome einer Ebola-Infektion gezeigt und werde in ihren Wohnohrt Maine gebracht, teilte das Gesundheitsministerium von New Jersey mit. Hickox selbst sowie Hilfsorganisationen, Bürgerrechtler und Gesundheitsexperten hatten ihre Isolierung verurteilt.

Nach Angaben einer Krankenhaussprecherin verließ Hickox das Universitätskrankenhaus in der Stadt Newark in einem privaten Fahrzeug. In einer Erklärung des Büros des Gouverneurs von New Jersey, Chris Christie, hieß es, die Gesundheitsbehörden im US-Staat Maine seien über die Ankunft der Krankenschwester in Kenntnis gesetzt worden. Sie könnten von dort über die Behandlung und Beobachtung der Frau entscheiden.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Hickox war die erste, die unter die verschärften Sicherheitsmaßnahmen in mehreren US-Staaten fiel, die nach der Rückkehr eines mit Ebola infizierten Arztes aus Westafrika eingeführt wurden. Die Staaten New Jersey, New York und Illinois verfügten eine verpflichtende 21-tägige Quarantäne für alle, die von Ebola-Hilfseinsätzen in die USA zurückkommen - auch wenn sie keine Symptome haben, so wie Hickox.

Nach einem Aufschrei der Kritik stellten die Gouverneure von New York und New Jersey, Andrew Cuomo und Christie, am Sonntagabend (Ortszeit) klar, dass auch eine Isolierung in den eigenen vier Wänden möglich sei.

Hickox hatte während ihrer Quarantäne den prominenten New Yorker Bürgerrechtsanwalt Norman Siegel angeheuert. Dieser erklärte, seine Mandantin schließe rechtliche Schritte gegen das Vorgehen der Behörden nicht aus.

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