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31.01.2005

12:12 Uhr

Forschung + Medizin

Wahrnehmungstraining hilft gegen Rechenschwäche

Kindern, die unter Rechenschwäche leiden, kann nach Ansicht des Freiburger Hirnforschers Burkhart Fischer durch eine gezielte Förderung der Wahrnehmungs- und Sehfähigkeit geholfen werden.

dpa FREIBURG. Kindern, die unter Rechenschwäche leiden, kann nach Ansicht des Freiburger Hirnforschers Burkhart Fischer durch eine gezielte Förderung der Wahrnehmungs- und Sehfähigkeit geholfen werden.

„Die meisten rechenschwachen Kinder können sich unter einer Zahl nichts vorstellen, ihre Wahrnehmungs- und Sehfähigkeit ist nicht altersgerecht entwickelt“, sagte Fischer in einem dpa-Gespräch.

Um rechnen zu lernen, müssten die Kinder die Zahlen jedoch verstehen, sie bräuchten einen Mengenbegriff. „Wir haben herausgefunden, dass eine Voraussetzung dafür die so genannte Simultanerfassung ist.“ Sei diese unterentwickelt, müsse intensiv geübt werden.

„Durch gezieltes Training kann die Wahrnehmungsfähigkeit so trainiert werden, dass ein Kind deutliche Lernfortschritte macht“, versicherte der Professor für Neurobiophysik. Dies sei das Ergebnis mehrerer Studien, die von Mitarbeitern der von ihm geleiteten Optomotorik-Forschungsgruppe erarbeitet wurden.

Zur Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit haben Fischer und sein Team an der Freiburger Universität spezielle Trainingsgeräte entwickelt, die aussehen wie überdimensionierte Taschenrechner. „Diese Geräte stellen sich automatisch auf das individuelle Kind ein, erfassen seine Leistung und führen es zum nächsten Level. Sie fordern, ohne zu überfordern.“

Das Freiburger Training sei in der Praxis bereits getestet worden, sagte der Forscher. 21 Grundschüler im Alter von acht und neun Jahren hätten mit der Methode erfolgreich gearbeitet. „Zwei Drittel der trainierten Kinder verbesserten ihre Rechenleistungen deutlich gegenüber einer gleichaltrigen untrainierten Gruppe.“

Im so genannten Blicklabor, einer Beratungsstelle, die Fischers Forschungsgruppe angegliedert ist und bundesweit Stützpunkte hat, werden die entwickelten Verfahren als Dienstleistung angeboten. Die privaten Krankenkassen bezahlen die Dienste des Blicklabors laut Fischer in der Regel, die gesetzlichen jedoch nicht.

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