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17.02.2016

10:20 Uhr

Warmwasserblase im Pazifik

Das Ende des Blobs

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Eine ungewöhnlich lang andauernde Warmwasserblase im Pazifik wirbelte die Umwelt im Nordwesten Amerikas gehörig durcheinander. Der Blob brachte Fischer und Fischfresser zur Verzweiflung, jetzt scheint er sich aufzulösen.

Die Karte der US-amerikanischen Meeres- und Wetterbehörde NOAA zeigt die Ausdehnung der Warmwasserblase (rot) entlang der nordamerikanischen Westküste im September 2014.

Der Blob

Die Karte der US-amerikanischen Meeres- und Wetterbehörde NOAA zeigt die Ausdehnung der Warmwasserblase (rot) entlang der nordamerikanischen Westküste im September 2014.

HeidelbergDrei Jahre lang beherrschte ein ausdauernder Hochdruckrücken den Pazifik vor Amerikas nordwestlicher Küste: Er bildete sich im Winter 2013/14 aus, drängte Stürme nach Norden ab und sorgte dafür, dass Kaliforniens Dürre lange anhielt und sich verschärfte.

Das extrem stabile Hoch hatte aber nicht nur Folgen für das Wetter an Land, sondern veränderte auch das Meer nachhaltig: Es entstand der „Blob“ – eine dauerhafte Warmwasserblase, die weitreichende Folgen für das Leben im Ozean hatte. Erst jetzt scheint dieses Phänomen wieder zu verschwinden, wie Satellitendaten der Nasa und der US-amerikanischen Meeres- und Wetterbehörde (NOAA) belegen.

Wegen des konstanten Hochdruckrückens schliefen die vorherrschenden und oft kräftigen Winde der Region ein: Das Wasser wurde weniger stark durchmischt, und das so genannte Upwelling – der Aufstieg kalten Tiefenwassers – unterblieb. Dadurch entwickelte sich eine ausgedehnte und stabile Schicht aus erwärmtem Wasser, die sich wie ein Deckel über kühlere Lagen legte.

Zeitweise hatte die Blase einen Durchmesser von mehr als 1600 Kilometern und erreichte eine durchschnittliche Tiefe von mehr als 90 Metern. Bis zu drei Grad Celsius lagen die Temperaturen über dem langjährigen Durchschnitt; im nordöstlichen Pazifik registrierten Wissenschaftler die stärkste und ausdauerndste Temperaturanomalie seit Beginn der Aufzeichnungen.

Die Natur reagierte auf ihre Weise: Kaltes Tiefenwasser ist sehr sauer- und nährstoffreich und fördert damit ein reichhaltiges Leben im Meer. Als die Zufuhr abgeschnitten war, verkümmerte das Plankton rasch, das an der Basis der Nahrungskette steht. Nahrungsmangel und Wärme sorgten dafür, dass viele Fischarten in kühlere Regionen oder in größere Tiefen abwanderten, weshalb am Ende Fischer, Seelöwen und verschiedene Seevögel kaum mehr Beute fingen.

Es kam immer wieder zu größerem Massensterben wie beispielsweise seit dem Herbst 2015 bei Trottellummen in Alaska. Zahlreiche Seevögel konnten im letzten Jahr zudem nicht erfolgreich brüten, weil ihnen die Nahrung fehlte.

Dank des außerordentlich starken El Niños scheinen sich die Verhältnisse allerdings langsam zu normalisieren. Ab November lebten kräftige Windströmungen auf, die von Alaska aus südwärts bliesen und das Meer aufwühlten. Durch Verwirbelung gelangte kühleres Wasser erneut nach oben; zudem entzogen die kalten Luftmassen aus der Arktis dem Ozean zusätzlich Wärmeenergie.

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