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18.01.2005

16:00 Uhr

Warum nicht jeder Mensch ein Physik-Genie ist

Einsteins Hirn war ein Leichtgewicht

Das Gehirn von Albert Einstein hat eine besondere Ausprägung gehabt. Diese pouläre Vermutung bestätigen Hirnforscher.

HB HAMBURG. Nicht jeder kann so intelligent werden wie Albert Einstein. Die grundlegende Architektur des Gehirns ist genetisch bestimmt, die Ausprägung hängt jedoch von Erfahrungen, Erziehung und Übung vor allem bis zum 20. Lebensjahr ab, wie Professor Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main, erläutert. „Genetisch bestimmte Anlagen für Begabungen werden dann weiter entwickelt, oder sie verkümmern eben.“

Wer virtuos ein Instrument spielen wolle, müsse früh damit anfangen. Generell sei jedoch schwer zu unterscheiden, was genetisch und was erziehungsbedingt sei. „Etwa bei Mozart war es sicher beides.“

Nach Angaben des US-Neurowissenschaftlers Britt Anderson war Einsteins Gehirn nicht besonders schwer. „Einsteins Hirn war mit 1230 Gramm deutlich leichter als die 1400 Gramm Durchschnittsgewicht eines männlichen Gehirns.“ Einige Regionen in der vorderen Hirnrinde seien jedoch ungewöhnlich dicht gepackt gewesen. „Er hatte genauso viele Nervenzellen wie andere, nur kompakter und dadurch möglicherweise effizienter.“ Anderson gehört zu einem halben Dutzend Forschern, die in Einsteins Hirn zwar Wegweiser, aber noch keine zusammenhängende Erklärung für seine Intelligenz fanden. Ein bestimmtes „Intelligenz“- Gen, da sind sich die Forscher einig, gibt es aber nicht.

Ein Team um Sandra Witelson von der kanadischen McMasters-Universität in Hamilton zeigte, dass bei Einstein eine seitliche Region der Großhirnrinde stark entwickelt war. Dort ist das mathematische Denken, aber auch die Vorstellung von Bewegungen lokalisiert. Bei Einstein fehlte zudem eine sonst übliche Furche in der Gehirnregion, was auf mehr Nervenverbindungen hindeuten könnte. Einstein selbst beschrieb seine Art zu denken einmal so, dass „Worte dabei keine Rolle spielten“, dagegen eher ein „assoziatives Spiel mit mehr oder weniger klaren Bildern“.

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