Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.01.2005

15:00 Uhr

Wasser auf dem Mars und messerscharfe Saturnringe

Wettrennen im Weltall

Europäer und Amerikaner haben sich 2004 einen Wettkampf um die besten Plätze im Weltall geliefert. Dazu flogen eine ganze Reihe von Raumsonden im All umher.

HB HAMBURG. Die Astronomen überbieten sich gegenseitig mit Beweisen für Wasser auf dem Mars, was wilde Spekulationen auf mögliche Marslebewesen auslöst. Die europäisch-amerikanische Doppelsonde „Cassini-Huygens“ sendet gestochen scharfe Bilder der Saturnringe und die Europäer erreichen mit einer unbemannten Sonde zum ersten Mal die Mondumlaufbahn.

Für die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) beginnt das Jahr allerdings mit einem herben Tiefschlag. Im Februar gesteht sie ein, dass ihr Marsroboter „Beagle 2“ endgültig verschollen ist. Er war Ende 2003 von der Raumsonde „Mars-Express“ ausgesetzt worden und hatte niemals ein Signal gesendet. Ursachen für den Totalverlust könnten Fehler an Airbags und Fallschirm gewesen sein, eine unvorhergesehen dünne Marsatmosphäre oder ein Sturm.

Besonders bitter für die europäischen Forscher: Die Mars-Roboter „Opportunity“ und „Spirit“ der US-Weltraumagentur NASA präsentieren derweil hervorragende Bilder von unserem Nachbarplaneten und finden mehrere Hinweise auf große ehemalige Wasservorkommen. Die beiden Marsfahrzeuge sind weit länger agil als vorgesehen und haben ihre auf 90 Tage geplante Mission weit überschritten. Auch das NASA- Weltraumteleskop „Hubble“ soll entgegen der ursprünglichen Planung doch repariert werden und weiter Bilder aus dem fernen Universum aufnehmen.

Doch auch die Europäer feiern Erfolge. Die ESA-Sonde „Mars Express“ umkreist den Planeten, sendet detailreiche Bilder und weist Wasser an seinem Südpol nach. Zudem entdeckt sie überlappende Vorkommen von Wasserdampf und Methan, deren Herkunft zunächst ungeklärt bleibt. Die erste europäische Mondsonde „Smart-1“ erreicht ihr Reiseziel und schwenkt in eine Umlaufbahn um den Mond ein - 35 Jahre nachdem der erste Amerikaner den Mond betreten hat. Nach der vorliegenden Planung wird „Smart-1“ im Juli planmäßig auf der Mondoberfläche zerschellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×