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26.06.2012

10:07 Uhr

Wegen Nitrat

Spinat macht stark

Popeye hatte doch recht: Auch wenn Spinat nicht besonders viel Eisen enthält - laut Studie verhilft er zu mehr Muskelkraft. Verantwortlich soll das enthaltene Nitrat sein. Forscher hoffen auf Anwendungen bei Sportlern und Geschwächten.

Di Comicfigur Popeye aß Spinat aus den falschen Gründen, weil er besonders viel Eisen in dem Gemüse vermutete. Stark macht das grüne Gemüse einer Studie zufolge dennoch - allerdings wegen des Nitrats. picture-alliance

Di Comicfigur Popeye aß Spinat aus den falschen Gründen, weil er besonders viel Eisen in dem Gemüse vermutete. Stark macht das grüne Gemüse einer Studie zufolge dennoch - allerdings wegen des Nitrats.

StockholmWer ordentlich Spinat und anderes nitrathaltiges Gemüse isst, bekommt laut einer schwedischen Studie tatsächlich stärkere Muskeln. Forscher des Stockholmer Karolinska-Instituts fügten das Salz eine Woche lang dem Trinkwasser von Versuchsmäusen hinzu und konnten eine signifikante Stärkung ihrer Muskeln feststellen, wie eine am Montag vorgestellte Studie ergab. "Mäuse, die regelmäßig Nitrat erhielten, hatten viel stärkere Muskeln", heißt es in dem Bericht zu der Untersuchung, die im Fachblatt "Journal of Physiology" veröffentlicht werden soll.

Das täglich eingesetzte Nitrat habe im Verhältnis derjenigen Menge entsprochen, die ein Mensch beim Verzehr von 200 bis 250 Gramm Spinat pro Tag zu sich nehme, sagte Studienautor Andrés Hernández der Nachrichtenagentur AFP. Keinen Effekt hat das Salz demnach auf langsam zuckende sogenannte Slow-Twitch-Muskelfasern, die bei geringer Anstrengung zum Einsatz kommen. Bei den für größere Kraftanstrengungen beanspruchten schnell zuckenden sogenannten Fast-Twitch-Fasern sei hingegen eine deutliche Veränderung zu beobachten gewesen, sagte Hernández.

Die Forscher führen die Wirkung darauf zurück, dass das Nitrat die Konzentration zweier in den Muskeln enthaltener Proteine erhöht. Die Proteine wiederum bewirkten eine steigenden Konzentration von Kalzium in den Muskeln, was die Fast-Twitch-Fasern stärke, sagte Hernández. Er hofft nun nicht nur auf Anwendungen im sportlichen Bereich, sondern auch auf Fortschritte bei der Behandlung von Muskelerkrankungen oder Schwächeerscheinungen im Alter. Weiteren Versuchen an Mäusen sollten daher klinische Studien folgen, sagte Hernández.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

01.07.2012, 11:53 Uhr

Es stimmt schon mal nicht, dass Spinat einen halbwegs einheitlichen Nitratgehalt hätte. Was ansonsten von der forschen Öffentlichkeitsarbeit der schwedischen Nitratologen und der Qualifikation mancher deutschen Wissenschaftsredaktion zu halten ist, können Sie hier lesen:

http://wp.ujf.biz/?p=3555

Experte

07.11.2012, 21:37 Uhr

:-) Ja die Kritik stimmt. Das ändert aber nix am Ergebnis der Studie: Nämlich, dass eine nitratreiche Ernährung durch Gemüse viele POSITIVE gesundheitliche Auswirkungen hat - wenn man Bedenkt das BLUTHOCHDRUCK die Totesursache Nr. 1 ist - und eine nitratreiche Ernährung (Gemüse) besser wirkt wie jedes Blutdruckmedikament.

PS: Es gibt auch KEINE representative Studie die BEWEISST, das Nitrat schädliche Auswirkungen hat :-)

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