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25.01.2005

15:40 Uhr

Forschung + Medizin

Weiteres Patent auf Brustkrebs-Gen eingeschränkt

Binnen weniger Tage hat das Europäische Patenamt (EPA) in München ein zweites umstrittenes Patent auf das so genannte Brustkrebs-Gen stark eingeschränkt.

Europäisches Patentamt

Europäisches Patentamt in München (Archiv).

dpa MÜNCHEN. Binnen weniger Tage hat das Europäische Patenamt (EPA) in München ein zweites umstrittenes Patent auf das so genannte Brustkrebs-Gen stark eingeschränkt. Die Behörde trug damit den Einsprüchen der Umweltschutzorganisation Greenpeace, der Regierung der Niederlande und anderer Einwender weitgehend Rechnung.

Das Patent umfasse jetzt nur noch einen kurzen Gen-Abschnitt, eine so genannte Gen-Sonde, teilte EPA-Sprecher Rainer Osterwalder am Dienstag mit. Es erstrecke sich somit nicht mehr auf das gesamte Brustkrebs-Gen Brca 1 und auch nicht mehr auf diagnostische Verfahren.

Das Patent mit der Nummer EP 705 903 war 2001 der US-Firma Myriad erteilt worden. Patentinhaber sind inzwischen die Forschungsstiftung der US-Universität Utah, ein kanadisches Forschungszentrum und ein japanisches Krebsinstitut. Die Einwender hatten grundsätzliche Bedenken gegen Patente auf Gene vorgetragen. Im konkreten Fall hatten sie zudem ein Monopol in der Forschung und bei Diagnoseverfahren befürchtet, das zu Lasten von Frauen mit erhöhten Krebs-Risiko gehen würde.

Greenpeace-Experte Christoph Then begrüßte die Einschränkung des Patents. Der freie Zugang zur Diagnose von Krebs-Risiken könne nun nicht länger blockiert werden, erklärte Then. „In seiner letzten Konsequenz gefährden derartige Patente das Leben der betroffenen Patientinnen, wenn die Forschung und der Zugang zu optimaler medizinischer Betreuung behindert wird.“

Das Gen Brca 1 ist im Erbgut von Männern und Frauen enthalten. Bei einer Mutation des Gens kann es zu Krebserkrankungen im Gewebe der weiblichen Brust sowie in den Eierstöcken kommen. Bereits in der vergangenen Woche hatte das EPA ein anderes Patent auf das Brustkrebs-Gen stark eingeschränkt. Auch bei diesem Patent mit der Nummer EP 705 902 gehörte die Forschungsstiftung der US-Universität Utah zu den Patentinhabern. Ein drittes Patent auf das Brustkrebs-Gen war nach Angaben von Greenpeace bereits 2004 widerrufen worden.

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