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27.07.2012

14:38 Uhr

Welt-Aids-Konferenz

Bremst die Krise den Kampf gegen Aids?

Ermutigende Statistiken, große wissenschaftliche Erfolge: Wenn es so weitergeht, kann der Kampf gegen HIV gewonnen werden, so das Fazit der Welt-Aids-Konferenz. Die Wirtschaftskrise bremst den Optimismus allerdings.  

Die wissenschaftlichen Erfolge sind ermutigend, doch die Wirtschaftskrise könnte den Kampf gegen Aids verzögern. dpa

Die wissenschaftlichen Erfolge sind ermutigend, doch die Wirtschaftskrise könnte den Kampf gegen Aids verzögern.

WashingtonDer Weg ist geebnet, aber bis zum Ziel ist es noch weit: Mit ermunternden Statistiken und Forschungsergebnissen im Rücken haben Experten bei der 19. Welt-Aids-Konferenz in Washington den Anfang vom Ende der HIV-Epidemie angekündigt. „Wir glauben, dass ein Ende der Aids-Epidemie möglich ist“, sagt Elly Katabira, Präsident der Internationalen-Aids-Gesellschaft (IAS), die das Treffen organisiert hat.

Aber nach einem sechstägigen Mammutprogramm mit rund 25.000 Teilnehmern und hunderten Veranstaltungen ist auch klar: Bis dieses Ende wirklich erreicht ist, werden noch Jahre, wahrscheinlich eher Jahrzehnte vergehen. Und: Die Wirtschaftskrise könnte ordentlich dazwischenfunken.

„Wir wissen heute besser als je zuvor, wie wir HIV/Aids besiegen können. Wir wissen, welche Medikamente gebraucht werden, mit welchen Modellen die Therapie auch in das entlegenste Dorf gebracht werden kann und wie wir mit frühzeitiger Behandlung Neuinfektionen verhindern können“, sagt Oliver Moldenhauer von der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen. „Jetzt muss gehandelt werden - vor allem die Regierungen sind gefordert.“ Neu entwickelte Medikamente seien immer noch deutlich zu teuer. Und viele Länder - insbesondere Deutschland - müssten dringend mehr Geld in den Kampf gegen Aids investieren.

Doch solche Forderungen stoßen angesichts einer kriselnden Wirtschaft in vielen Ländern auf betretenes Schweigen. Zahlreiche hochkarätige Regierungsmitglieder aus aller Welt und prominente Aids-Aktivisten ließen sich auf der Konferenz blicken, aber einzig US-Außenministerin Hillary Clinton versprach frisches Geld aus den USA. Dabei geht die Finanzierungslücke laut dem HIV/AIDS-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) schon jetzt jedes Jahr in die Milliarden - und Experten befürchten, dass das noch schlimmer werden könnte.

Kommentare (1)

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Harlemjump

27.07.2012, 15:04 Uhr


Dank des Zugangs zu neuen Medikamenten hat die Zahl der Neuinfektionen in Europa, USA und Australien abgenommen; die Zahl der HIV Infizierten steigt rein statistisch, weil in Europa, den USA und Australien kaum noch einer an AIDS stirbt, die Infizierten also länger leben.

Die Medikamente helfen so gut, dass typischerweise nach kurzer Zeit die Viruslast von bis zu 10.000.000 Millionen Kopien pro ml Blut unter die labortechnische Nachweisgrenze von 25 Kopien pro ml Blut fällt. Liegt die Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze, ist es rein statischtisch gesehen unwahrscheinlich, dass der Infizierte einen Gesunden anstecken kann. Die Wahrscheinlichkeit liegt nach dieversen Studien bei unter 1 : 100.000

http://www.aids.ch/e/fragen/pdf/swissguidelinesART.pdf

http://www.aidshilfe.de/sites/default/files/0904_DAH-Papier_HIV-Therapie_und_Praevention_Englisch.pdf

In Asien und Russland sowie Afrika steigt die Zahl der Neuinfektionen weiter, weil die Zusammenhänge zwischen erfolgreicher Therapie und Neuinfektionen ignoriert werden und den Betroffenen der Zugang zu den modernen Medikamenten verwehrt wird.

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