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21.12.2011

16:32 Uhr

Weltraum

Astronomen finden erdgroßen Exoplaneten

Das Weltraumteleskop „Kepler“ hat die bislang kleinsten Planeten eines anderen Sterns entdeckt - etwa in der Größe unseres Heimatplanten. Die ferne Sonne besitzt ein ganzes Planetensystem.

Die Nasa-Illustration zeigt, wie der etwa erdgroße Planet Kepler-20e aussehen könnte. Reuters

Die Nasa-Illustration zeigt, wie der etwa erdgroße Planet Kepler-20e aussehen könnte.

LondonEine rund 1000 Lichtjahre entfernte Sonne mit der Katalognummer Kepler-20 besitzt Astronomen zufolge ein ganzes Planetensystem aus mindestens fünf Begleitern, schreiben die Entdecker im britischen Fachblatt „Nature“. Während es sich bei den bereits bekannten drei Planeten des Sterns um Gasriesen von etwa der Größe des Neptuns handelt, haben die beiden neu entdeckten sogenannten Exoplaneten nur den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Der zuvor kleinste bekannte Exoplanet besitzt immerhin einen 1,42-mal größeren Durchmesser als unser Heimatplanet.

Die Masse der neu entdeckten Exoplaneten Kepler-20e und f ist noch nicht bekannt. Die Astronomen um Francois Fressin vom Harvard-Smithsonian-Zentrum für Astrophysik halten es jedoch für möglich, dass beide eine ähnliche Zusammensetzung wie die Erde aufweisen, mit etwa einem Drittel ihrer Masse in einem Eisenkern und zwei Dritteln in einem Silikatgestein-Mantel. Für Leben ist es auf den beiden fernen Planeten allerdings zu heiß: Sie umkreisen ihren Stern, der unserer Sonne ähnelt, in nur sechs beziehungsweise knapp 20 Tagen. Entsprechend liegt die Durchschnittstemperatur dort nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius. Dennoch könnte der kühlere, weiter von seiner Sonne entfernte Planet sogar eine dichte Wolkenschicht aus Wasserdampf besitzen, meinen die Forscher.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ war von der US-Raumfahrtbehörde Nasa unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dafür die Helligkeit tausender Sterne. Planeten, bei denen wir zufällig genau von der Seite auf die Umlaufbahn schauen, verraten sich, indem sie regelmäßig vor ihrem Stern vorbeilaufen und ihn ein kleines Stück abschatten. Durch diese Helligkeitsschwankungen hat „Kepler“ bereits mehr als 2000 Kandidaten für Exoplaneten angegeben, die allerdings großenteils noch bestätigt werden müssen. Zuletzt hatte das Weltraumteleskop einen Planeten mit 2,4-fachem Erddurchmesser in der bewohnbaren Zone seines Sterns aufgespürt. Auf Kepler-22b herrschen demnach milde 22 Grad Celsius. Anzeichen von Leben gibt es aber auch von dort nicht.

Von

dpa

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