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13.05.2015

14:27 Uhr

Weltraum

Die dunkle Seite der Sterne

Einer mysteriösen neuen Klassen von Sternensystemen sind Forscher auf die Spur gekommen: Die Sternhaufen müssten ihrer Masse nach eigentlich viel heller leuchten. Irgendetwas Unsichtbares verbirgt sich in ihrem Inneren.

Die farbigen Markierungen kennzeichnen unterschiedliche Typen von Kugelsternhaufen. Die mysteriösen Dunkelhaufen sind rot markiert. (Foto: ESO/Digitized Sky Survey/ Davide de Martin)

Die Galaxie Centaurus A

Die farbigen Markierungen kennzeichnen unterschiedliche Typen von Kugelsternhaufen. Die mysteriösen Dunkelhaufen sind rot markiert. (Foto: ESO/Digitized Sky Survey/ Davide de Martin)

BerlinEiner bislang unbekannten dunklen Seite des Universums sind Wissenschaftler eines internationalen Forschungsteams auf die Spur gekommen. Mit dem Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte ESO in Chile entdeckten die Astronomen eine neue Klasse „dunkler“ Kugelsternhaufen um die riesige Galaxie Centaurus A: Die mysteriösen Objekte sehen normalen Sternhaufen ähnlich, enthalten aber deutlich mehr Masse – und stellen die Forscher vor ein echtes Rätsel.

Kugelsternhaufen sind riesige kugelförmige Ansammlungen von Tausenden von Sternen, sie lassen sich bei der Mehrzahl aller Galaxien im Universum nachweisen. Die Sternhaufen zählen zu den ältesten bekannten Objekten im Universum und haben beinahe die gesamte Lebensspanne ihrer Galaxien überdauert.

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„Kugelsternhaufen und die darin enthaltenen Sterne sind der Schlüssel zum Verständnis von Entstehung und Entwicklung von Galaxien“, erläutert Matt Taylor, Doktorand an der Pontificia Universidad Catolica de Chile in Santiago. Gemeinsam mit Forschungskollegen aus Chile und den USA hatte er die elliptische Galaxie Centaurus A ins Visier genommen, eine 12 Millionen Lichtjahre entfernten Riesengalaxie, die nach Schätzungen bis zu 2000 Kugelsternhaufen enthalten könnte. Zum Vergleich: Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, wird von etwa 150 dieser Gebilde umkreist.

125 Kugelsternhaufen von Centaurus A nahmen die Astronomen mit dem FLAMES-Spektrografen des VLT genauer unter die Lupe. Anhand der Beobachtungsdaten bestimmten sie die Masse jedes Haufens und verglichen dieses Ergebnis mit der Helligkeit, mit der er leuchtet. Für einen Großteil der Sternhaufen konnten sie keinen überraschenden Zusammenhang feststellen. Wie erwartet hatten die helleren auch eine größere Masse – wenn ein Haufen mehr Sterne enthält, hat er eine größere Gesamthelligkeit und somit auch eine größere Gesamtmasse.

Bei einigen dieser Kugelsternhaufen zeigte sich allerdings ein seltsames Phänomen: Sie waren um ein Vielfaches massereicher, als sie es entsprechend ihrer Helligkeit hätten sein dürfen. Je massereicher diese dunklen Sternhaufen waren, desto größer war der Anteil ihrer Materie, der nicht sichtbar war. Irgendetwas in diesen Sternhaufen ist also unsichtbar, verborgen und massereich.

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