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27.09.2013

09:45 Uhr

Weltraum

Rover Curiosity findet Wasser im Marsboden

Astronauten könnten auf dem Mars relativ einfach Wasser finden: Boden aufsammeln, erhitzen - und schon ist das kostbare Nass da. Das schließen Wissenschaftler aus Bodenanalysen des Nasa-Rovers Curiosity.

Der Rover Curiosity erkundet die Marsoberfläche seit gut einem Jahr. Der Nachweis von Wasser im Marsgestein ist sein bislang wichtigster Fund. dpa

Der Rover Curiosity erkundet die Marsoberfläche seit gut einem Jahr. Der Nachweis von Wasser im Marsgestein ist sein bislang wichtigster Fund.

WashingtonDer Marsboden enthält relativ viel Wasser. Das hat eine Bodenanalyse durch den Nasa-Rover Curiosity ergeben. Der Wasseranteil beträgt demnach rund zwei Prozent, wie Wissenschaftler um Laurie Leshin vom Rensselear Polytechnic Institute in Troy (US-Staat New York) im US-Fachjournal „Science“ berichten.

„Eines der spannendsten Ergebnisse dieser allerersten festen Probe, die Curiosity sich einverleibt hat, ist der hohe Wasseranteil“, berichtete Leshin in einer Mitteilung ihrer Hochschule. Das sei nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch eine bemerkenswerte Ressource.

„Wir wissen jetzt, dass es reichlich und leicht zugängliches Wasser auf dem Mars geben sollte“, so Leshin. „Wenn wir Menschen dorthin schicken, könnten sie den Boden irgendwo auf der Oberfläche aufsammeln, ein bisschen erhitzen und hätten Wasser.“

Mikroskopische Marsgestein-Sammlung

Der Rover hatte eine Schaufel voll Marsboden in einer speziellen Analysekammer („Sample Analysis at Mars“, SAM) auf 835 Grad Celsius erhitzt. Dabei löste sich das Wasser aus der Probe. Die Messung enthüllte auch eine Chlor-Sauerstoff-Verbindung, die bislang nur aus den hohen Breiten des Roten Planeten bekannt war.

Außerdem untersuchte die Apparatur das Verhältnis der verschiedenen Wasserstoff- und Kohlenstoff-Varianten (Isotope) im Boden. Diese Isotopenverhältnisse stimmen mit denen in der Marsatmosphäre überein, was eine enge Wechselwirkung zwischen Sand und Luft nahelegt. Die Forscher schließen daraus, dass der lose Marsboden über den ganzen Roten Planeten verweht wird.

„Der Mars besitzt eine Art globale Schicht, eine Schicht aus oberflächlichem Boden, der von den häufigen Staubstürmen gemischt und verteilt worden ist“, erläuterte Leshin. „Eine Schaufel von diesem Zeug ist so etwas wie eine mikroskopische Marsgestein-Sammlung. Wenn man viele Körnchen mischt, bekommt man vermutlich ein akkurates Bild der typischen Marskruste. Indem man dies an einem Ort untersucht, lernt man etwas über den gesamten Planeten.“

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