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14.10.2015

15:21 Uhr

Weltraumbahnhof Wostotschny

Neuer Rückschlag für Russlands Tor zum All

In Wostotschny rund 8000 Kilometer östlich von Moskau plant Russland die Zukunft seiner Raumfahrt. Doch Skandale und technische Probleme behindern die Bauarbeiten. Jetzt muss erneut ein Starttermin verschoben werden.

Russlands Präsident Wladimir Putin (2. v. l.) beim Besuch der Baustelle Wostotschny. ap

Kritische Blicke vom Präsidenten

Russlands Präsident Wladimir Putin (2. v. l.) beim Besuch der Baustelle Wostotschny.

WostotschnyRückschlag für Russland: Wegen technischer Probleme muss der erste Raketenstart vom neuen Weltraumbahnhof Wostotschny um vier Monate verschoben werden. Statt im Dezember werde eine Sojus-Rakete mit einem Satelliten erst im April 2016 ins All fliegen können, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch bei einer Inspektion der Baustelle nahe der chinesischen Grenze.

Putin will die Verantwortlichen für die Verzögerung beim Bau des neuen Weltraumzentrums zur Rechenschaft ziehen. Arbeiter hätten wegen ausstehender Löhne gestreikt, und drei Bauleiter seien unter Betrugsverdacht in Millionenhöhe festgenommen worden. „So mit staatlichem Geld umzugehen, ist absolut unzulässig“, zitiert die Nachrichtenagentur Tass den Präsidenten. Die Arbeiter hatten erst ihren Lohn erhalten, nachdem sie sich direkt an Putin gewandt hatten.

Wostotschny nahe der chinesischen Grenze soll einmal der Stolz der Raumfahrtnation Russland werden. Von hier aus will das Riesenreich Kosmonauten zu Mond und Mars schicken. Mit Wostotschny will sich Russland auch unabhängig machen vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan, den das Land für etwa 100 Millionen Euro im Jahr pachtet.

Russland baut seit 2010 an dem Weltraumbahnhof, doch bislang machte das Projekt vor allem Negativschlagzeilen. So musste bereits der erste bemannte Start von Wostotschny ins All um sieben Jahre auf voraussichtlich 2025 verschoben werden.

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