Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.02.2011

12:05 Uhr

Weltraummüll

600.000 potenzielle Handgranaten

Weltraummüll wird für die Raumfahrt immer mehr zum Problem: Von den rund 150 Millionen Schrottstücken im All gelten heute etwa 600.000 als besonders gefährlich. Braunschweiger Forscher wollen die Gefahr verringern.

Millionen Trümmerteile kreisen um unseren Planeten, wie diese Computersimulation der Europäischen Weltraumbehörde ESA anschaulich macht. Quelle: dpa

Millionen Trümmerteile kreisen um unseren Planeten, wie diese Computersimulation der Europäischen Weltraumbehörde ESA anschaulich macht.

DüsseldorfRund 150 Millionen Trümmerteile, jedes mindestens einen Millimeter groß, rasen als Weltraumschrott um die Erde. Und es werden immer mehr. Für Satelliten und bemannte Raumfahrzeugen wird die Gefahr von Kollisionen größer. „Noch ist das Risiko nicht dramatisch“, meint Peter Vörsmann vom Institut für Luft- und Raumfahrtsysteme an der Technischen Universität (TU) Braunschweig. Aber wenn man in der Raumfahrt so weiter mache wie bisher, dann werde es künftig sicher mehr Kollisionen geben

Braunschweiger Forscher sind neben der US-Raumfahrtbehörde Nasa weltweit führend, was die Untersuchung des Mülls im All betrifft. Sie haben im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA ein Simulationsmodell erarbeitet, dass die Verteilung und Bewegung des Weltraumschrotts heute und in Zukunft darstellt.

Es wird von Organisationen und Unternehmen der Raumfahrt weltweit für Raumfahrtmissionen genutzt. Beispielsweise müssen schon heute viele der rund 900 aktiven Satelliten im All und auch die bemannte Internationale Raumstation ISS regelmäßig Ausweichmanöver wegen nahender Trümmerteile fliegen.

„Heute liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Satellit bei sieben Jahren Lebensdauer von einem gefährlichen Objekt getroffen und zerstört wird, bei zwei Prozent“, hat Instituts-Mitarbeiter Carsten Wiedemann ausgerechnet. Doch das Risiko wachse. Jede Kollision im All produziert wie bei einer Kettenreaktion neue Trümmer und wahrscheinlich neue Kollisionen.

Bisher sind vermutlich vier Satelliten getroffen und zerstört worden. Vor drei Jahren haben die Chinesen als Militärtest einen eigenen Satelliten auf seiner Erdumlaufbahn in 800 Kilometern Höhe mit einer Rakete abgeschossen. Danach sei dort die Trümmerzahl um 50 Prozent gestiegen - und das auf einer Bahn, auf der ohnehin schon der meiste Müll herumfliege und auf der die meisten Beobachtungssatelliten stationiert seien, sagt Vörsmann. „Es war das trümmerreichste Ereignis der Raumfahtgeschichte."

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Revision

06.03.2011, 16:55 Uhr

die ruecksichtslose Muellzerstreuung der Chinesen passt richtig zu deren Einstellung. China ist mit abstand der groesste Umweltverpester der Welt.
.
Aber die westlichen Regierungen sind Speichellecker der Chinesen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×