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19.04.2012

09:13 Uhr

Weltraumwetter

Sonnenstürme gefährden die technisierte Gesellschaft

Sonnenstürme nehmen zu. Die Eruptionen unseres Zentralgestirns sorgen nicht nur für spektakuläre Polarlichter, sie bedrohen auch Stromnetze, Satelliten und Flugverkehr.

Das Nasa-Bild zeigt Eruptionen, sogenannte Flares, an der Oberfläche der Sonne. dpa

Das Nasa-Bild zeigt Eruptionen, sogenannte Flares, an der Oberfläche der Sonne.

London/WashingtonAnfang März erstrahlte die obere Erdatmosphäre im Infrarotlicht plötzlich wie ein frisch erleuchteter Weihnachtsbaum. Schuld war ein heftiger Sonnensturm: eine gigantische Wolke elektrisch geladener Sonnenteilchen, die mit hoher Geschwindigkeit über die Erde hinwegfegte. Der Sonnensturm hatte die obere Atmosphäre mit der enormen Energiemenge von 26 Milliarden Kilowattstunden aufgeheizt, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa berechnet hat. Genug Energie, um alle Haushalte in New York zwei Jahre lang mit Strom zu versorgen.

„Das war die größte Wärmedosis, die wir seit 2005 von einem Sonnensturm erhalten haben“, berichtet Weltraumwetter-Forscher Martin Mlynczak vom Langley Research Center der Nasa in einer Mitteilung. „Es war ein großes Ereignis und zeigt, wie die Sonnenaktivität direkt unseren Planeten beeinflussen kann.“ Glücklicherweise waren die Folgen in diesem Fall vor allem spektakulär anzusehende Polarlichter. Doch die geomagnetischen Stürme, die von der Wechselwirkung der elektrisch geladenen Sonnenteilchen mit dem Erdmagnetfeld ausgelöst werden, können gefährliche Konsequenzen haben: Sie können Stromnetze überlasten und zusammenbrechen lassen, Kommunikations- und Navigations-Satelliten außer Gefecht setzten sowie Astronauten und Flugpersonal gefährden.

Einige dokumentierte Schäden durch Sonnenstürme

1859

Ein starker Sonnensturm führt zur Unterbrechungen der gerade installierten Telegrafenverbindungen weltweit.

1921

Signalausfall bei der New York Central Railroad sowie Ausfall von Telegrafen- und Telefonleitungen in Amerika und Europa. In Schweden brennt eine Telefonstation aus.

1972

Starker Teilchenschauer kurz vor Landung von „Apollo 17“.

1984

Ausfall des Hochfrequenzfunks der US-Präsidentenmaschine „Air Force One“ auf einem Flug von Amerika nach China mit Präsident Ronald Reagan an Bord.

1989

Stundenlanger Ausfall des Stromnetzes in Québec (Kanada), sechs Millionen Menschen sind betroffen. Manche Satelliten verlieren mehrere hundert Meter Flughöhe.

1994

Ausfall von drei Kommunikationssatelliten.

1997

Verlust des Kommunikationssatelliten „AT&T Telstar 401“.

2002

Verlust der japanischen Marssonde „Nozomi“.

2003

Einer der schnellsten Sonnenstürme in den Aufzeichnungen führt unter anderem zu einem mehrstündigen Stromausfall in Schweden, einem Ausfall des europäischen Flugradars, zur Verschiebung von mehr als 60 Flügen in den USA und dem Verlust des 450 Millionen Dollar (damals rund 390 Millionen Euro) Forschungssatelliten „Midori 2“. Forscher registrieren den stärksten jemals direkt beobachteten Sonnenausbruch.

„Geomagnetische Stürme sind eine gravierende Gefahr für unsere technologieabhängige Gesellschaft“, betont der britische Weltraumwetter-Experte Mike Hapgood in einem Kommentar für das Fachjournal „Nature“ (Bd. 484, S. 311). Seiner Ansicht nach ist die Zivilisation zu schlecht auf diese Bedrohung vorbereitet. „Wir müssen die Wahrscheinlichkeit schwerer Weltraumwetter-Störungen und ihre Folgen viel besser verstehen, und wir brauchen dieses Wissen schnell“, meint der Wissenschaftler vom Rutherford Appleton Laboratory im britischen Didcot.

Kommentare (3)

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Klimaterror

19.04.2012, 10:45 Uhr

Es tut ein interessantes neues Betätigungsfeld für die Ökoterroristen auf. Sicher sind wir nicht nur für das Klima verantwortlich, sondern auch für die Ausbrüche auf der Sonne. Vielleicht ist unser liebes CO2 auch dafür verantwortlich oder findet sich etwa anders?
Ein neuer Ablasshandel könnte das Problem sicher dann auch lösen.

frozen

19.04.2012, 11:15 Uhr

Es tut richtig weh, solch belanglosen Kommentare zu lesen. Wir müssen nichts schönreden. Die Auswirkungen des Menschen auf die Umwelt sehen wir täglich. Wer das immer noch ignoriert ist entweder blind oder dumm!

anton

19.04.2012, 12:13 Uhr

Umweltschutz ist unbedingt notwendig, keine Frage.
Klimaschutz ist dagegen absoluter Schwachsinn, jeder klar denkende Mensch kann das erkennen, hier geht es nur ums Kasse machen. Es steckt eine kriminelle Energie dahinter.
www.eike-klima-energie.eu mal ansehen.

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