Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.08.2014

13:41 Uhr

Weltweit steigt Zahl der Ebola-Toten

Ein am Ebola-Virus infizierter US-Arzt geheilt

Die Ebola-Epidemie fordert immer mehr Menschenleben. Ein Ende ist nicht in Sicht. Liberia ist laut Weltgesundheitsorganisation am stärksten betroffen. Ein erkrankter US-Arzt ist dagegen auf dem Weg der Besserung.

Durch nicht zugelassenes Medikament

Amerikanischer Ebola-Patient geheilt

Durch nicht zugelassenes Medikament: Amerikanischer Ebola-Patient geheilt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Genf/BostonAllen internationalen Anstrengungen zum Trotz breitet sich die Ebola-Epidemie in Westafrika weiter ungebremst aus. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwochabend in Genf mitteilte, stieg die Zahl der mutmaßlichen Ebola-Toten in Westafrika auf 1350. Bei 805 Todesfällen sei das Ebola-Virus nachgewiesen worden, bei den anderen Opfern handele es sich um noch nicht bestätigte Verdachtsfälle.

Allein zwischen dem 17. und 18. August seien von den Ländern Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leone 221 neue bestätigte und Verdachtsfälle sowie 106 weitere Ebola-Tote gemeldet worden. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher. Die Zahlen deuten darauf hin, dass die Krankheit besonders heftig in Liberia wütet: Dort wurden bis vorigen Montag 972 der insgesamt 2473 bestätigten oder Verdachtsfälle registriert. 576 Ebola-Tote wurden in dem Land erfasst.

Dagegen ist der vor drei Wochen mit einem Spezialflugzeug aus Liberia in die USA ausgeflogene Arzt angeblich von Ebola geheilt. Der Amerikaner sollte noch am Donnerstag aus dem Krankenhaus entlassen werden, meldete CNN unter Berufung auf Quellen in der Klinik. Das Krankenhaus wollte die Meldung offiziell noch nicht bestätigen. Der 33-Jährige war mit dem experimentellen Mittel „ZMapp“ behandelt worden.

Der Arzt Kent Brantly hatte in Liberia für eine christliche Hilfsorganisation Ebola-Patienten betreut. Dabei hatten er und die 59 Jahre alte Nonne Nancy Writebol sich mit der gefährlichen Krankheit infiziert. Beide waren nacheinander mit einem Spezialflugzeug nach Atlanta gebracht worden. Zumindest Brantly hatte zudem noch Blut von einem Ebola-Patienten bekommen. Der 14-Jährige hatte die Krankheit auch deshalb überlebt, weil Brantly ihn behandelt hatte.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Die Epidemie in Westafrika wird nach Einschätzung der WHO noch etliche Monate andauern, ehe sie eingedämmt werden kann. Zudem habe sich durch die Ausbreitung nach Nigeria gezeigt, dass das lebensgefährliche Virus von infizierten Flugreisenden in „jede Stadt mit einem internationalen Airport“ gelangen könne, warnte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in einem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Artikel für die US-Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“.

Das größte Problem bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone lasse sich in einem Wort zusammenfassen: Armut. In diesen Ländern kämen nur ein oder zwei Ärzte auf 100 000 Einwohner. Zudem seien die Gesundheitssysteme in jahrelangen Konflikten weitgehend zerstört worden. „Die internationale Gemeinschaft muss sich darauf einstellen, dass noch viele weitere Monate lang massive, koordinierte und zielgerichtete Unterstützung nötig sein wird“, schrieb Chan.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Illu Minator

21.08.2014, 14:45 Uhr

Am Dienstag gab es in Rtl Nitro den Film: Der Hades Faktor (USA, 2006). Dort hatte eine Pharmafirma gerade "zufällig" einen passenden Impfstoff parat, als eine Variante von Ebola in der USA ausbracht - ausgelöst natürlich durch böse Islamisten (sponsered by dieser Pharmafirma).

Irgendwie konnte ich mich den Parallelen zwischen Film und Wirklichkeit nicht entziehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×