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19.09.2014

15:19 Uhr

Westafrika

Acht Tote nach Angriff auf Ebola-Helfer     

Deutschland baut seine Hilfen aus. Doch die Wut der Menschen in den von Ebola betroffenen Gebieten Afrikas richtet sich immer häufiger gegen die Helfer vor Ort. Jetzt kam es in Guinea zum bislang schlimmsten Übergriff.

Immer öfter werden Helfer in den Ebola-Gebieten zur Zielscheibe der Wut der Bevölkerung. AFP

Immer öfter werden Helfer in den Ebola-Gebieten zur Zielscheibe der Wut der Bevölkerung.

ConakryAufgebrachte Dorfbewohner in Guinea haben offenbar acht Mitarbeiter einer Aufklärungskampagne gegen Ebola attackiert und getötet. Es seien acht Leichen entdeckt worden, teilte die Regierung am Freitag mit. Am Vortag hatte Ministerpräsident Mohamed Saïd Fofana zunächst von sieben Toten gesprochen.

Sieben Tote seien in einer Klärgrube gefunden worden, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Kommunikationsminister des Landes, Alhousseiny Makanera Kake. Der achte Tote sei an einer anderen Stelle begraben worden. Die Opfer waren zunächst von bewaffneten Angreifern in der Ortschaft Wome entführt worden. Nach Angaben des Ministers wurden sie dann mit Steinen und Macheten getötet.

Das ist das Ebola-Virus

Das Virus

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst ein sogenanntes hämorrhagisches, das heißt mit starken Blutungen einhergehendes Fieber aus.

Die Gefahr

Je nach Erregerstamm sterben 25 bis 90 Prozent der Patienten an einer Ebola-Erkrankung. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.

Der Übertragungsweg

Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten.

Die Krankheit

Die Inkubationszeit beträgt zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten.

Die Gefahrenzone

Ebola kommt vor allem nahe des afrikanischen Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen.

Unter den Toten waren drei guineische Radiojournalisten, die dort über die Aufklärungskampagne gegen Ebola berichtet hatten. Einem der Entführten gelang die Flucht. Nach Regierungsangaben wurden sechs Tatverdächtige festgenommen.

In vielen Teilen Westafrikas glaubt die Bevölkerung nach wie vor nicht an die Existenz der Seuche. Vor allem Ärzten und Gesundheitsbehörden stehen die Bürger skeptisch gegenüber, weil sie lieber auf traditionelle Heiler vertrauen. Bereits im August hatten Bewohner eines Armenviertels in Liberia ein Krankenhaus gestürmt und mindestens 17 Ebola-Patienten zur Flucht aus einer Isolierstation verholfen. Helfer berichten auch davon, dass sie beschuldigt werden, selbst für die Ausbreitung des Virus verantwortlich zu sein. Die Seuche hat in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bereits über 2600 Menschen getötet, über 5300 Patienten sind registriert.

Unterdessen hat in Sierra Leon eine dreitägige Ausgangssperre zur Eindämmung der Ebola-Epidemie begonnen. Bis zum Sonntag sollen mehr als 20.000 Gesundheitsarbeiter von Haus zu Haus gehen, um die Bevölkerung über das Virus aufzuklären und mögliche Ebola-Kranke ausfindig zu machen. Die Behörden des westafrikanischen Landes wollen so eine weitere Ausbreitung der Seuche verhindern.

Kommentare (1)

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Herr Helmut Metz

19.09.2014, 15:27 Uhr

Das für mich beste Aufklärungsvideo über den Ebola-Ausbruch, das zudem hervorragend die Konsequenzen für die betroffenen Staaten, die dortige Gesellschaftsstruktur, aber auch für uns im Westen darstellt - und auch diese Reaktion der Bevölkerung wird darin bereits beschrieben:
http://www.youtube.com/watch?v=NJ6vPhEtLK4

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