Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2014

10:41 Uhr

Westafrika

Wunderheiler kapitulieren vor Ebola

Die Helfer in Westafrika kämpfen nicht nur gegen das Ebola-Virus, sie leisten auch Aufklärungsarbeit bei traditionellen Heilern, denen viele Menschen mehr Vertrauen als Ärzten. Allmählich zeigen die Bemühungen Erfolg.

Zu Beginn der Ebola-Epidemie in Westafrika wandten sich viele Menschen lieber an traditionelle Heiler als an Ärzte. Inzwischen schwindet das Misstrauen gegen westliche Medizin langsam. dpa

Zu Beginn der Ebola-Epidemie in Westafrika wandten sich viele Menschen lieber an traditionelle Heiler als an Ärzte. Inzwischen schwindet das Misstrauen gegen westliche Medizin langsam.

Freetown/Monrovia„Ich weiß überhaupt nichts über Ebola“, sagt der traditionelle Heiler Fallah James aus Sierra Leone. „Ich weiß nur, dass das Virus ansteckend ist und habe deshalb beschlossen, keine Ebola-Patienten mehr zu behandeln.“ Dank intensiver Aufklärungsarbeit internationaler Helfer, die auch in den entlegensten Winkeln der von der Epidemie betroffenen Regionen im Einsatz sind, schließen sich ihm mittlerweile immer mehr seiner Kollegen an. Das war nicht immer so.

„Traditionelle Heiler stellen einen wichtigen Teil der Medizin in Westafrika dar“, erklärt die Ebola-Koordinatorin des Roten Kreuzes in Liberia, Neima Candy. „Als Ebola hier erstmals auftrat, hatten die Menschen große Angst, und weil sie dem öffentlichen Gesundheitssystem misstrauten, wandten sie sich lieber an Heiler und Gebetshäuser.“

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

Dort wurde ihnen erzählt, bei der Krankheit handele es sich um „ein Werk des Teufels“, dem man etwa mit Kräutern zu Leibe rücken müsse. Als im August erste Fälle in Nigeria auftauchten, wurde empfohlen, in Salzwasser zu baden, um dem Virus den Garaus zu machen.

Aberglaube, Wunderdoktoren und Voodoo-Zauber sind in vielen Teilen Afrikas verbreitet – darunter auch in den von Ebola am schlimmsten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone. „Aber letztlich haben die Heiler hier in Sierra Leone zum Tod vieler Menschen beigetragen, weil sie die Leute glauben machen, Hexenkunst habe sie krank gemacht und nicht Ebola“, sagt der Geschäftsmann Mohamed Kamara aus dem nordwestlichen Bezirk Port Loko.

Dann aber passierte etwas Erschreckendes: Auch die Wunderheiler infizierten sich mit dem Virus. So geschehen erst kürzlich im Distrikt Koinadugu, wo ein Heiler nach der Behandlung eines Ebola-Patienten selbst Symptome zeigte. „Er ist zusammen mit seiner Frau aus der Region geflohen“, erzählt der örtliche Gesundheitsarbeiter Abdulai Sesay.

Solche Fälle zeigen Wirkung. Die Bevölkerung habe endlich verstanden, dass vielleicht doch etwas anderes hinter der Krankheit stecke als Zauberei, sagt Rote-Kreuz-Expertin Neima. Als dann immer mehr Berichte über Überlebende auftauchten, die von westlicher Medizin geheilt worden waren, hätten sich viele von der traditionellen Medizin abgewandt.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr der Ringe

10.11.2014, 11:37 Uhr

>> Wunderheiler kapitulieren vor Ebola >>

Ebola wird zu uns kommen, wie Amen in der Kirche. Die Politik und Mainstream vertuschen die Ausbreitung der Krankheit, die mittlerweile schon Einzug in Finnland und Russland vollzogen hat.

Es müssten sofort sämtliche Flughäfen geschlossen werden, bis der letzte Ebola-Kranke auf dieser Erde beseitigt ist. Alles andere ist Betrug an der Bevölkerung.

Ebola hat eine Inkubationszeit von 6 Wochen. Die Fiebernmässgeräte auf Flughäfen sind scheinheilige Alibi-Präventionen.

Account gelöscht!

10.11.2014, 13:34 Uhr

Ebola ist keine Gefahr für die Menschheit, dafür ist sie nicht gefährlich genug. Die fünf verschiedenen Spezies der Ebolaviren, auch in der Gefährlichkeit verschieden, sind nicht über die Luft, sondern nur direkt übertragbar und die Mortalität bei in entwickelten Ländern behandelten Patienten ist weit unterhalb von 30 % und sinkt weiter. Die extreme Zunahme an infizierten Menschen ist zumindest in der entwickelten Welt kaum erwartbar.
Selbst wenn im schlechtesten Fall aller Fälle 50 % der derzeit vorhandenen Menschheit daran stürbe, unbehandelt und außerhalb von medizinischen Einrichtungen liegt die Mortalität in Afrika bei ca. 71 %, wäre es auf der langen Zeitschiene eher ein Segen für allen Lebens auf dem Planeten
Erde im Allgemeinen. Kurzfristig bis mittelfristig wäre es allerdings in manchen Regionen und im schlechtesten Fall sicherlich eine menschliche Katastrophe größeren Ausmaßes.
Es zeichnen sich jetzt aber schon erfolgreiche Entwicklungen im Bereich von Impfstoffen ab, also wird diese Krankheit, auch aufgrund ihrer sehr langsamen Verbreitung, die menschliche Population
insgesamt so gut wie gar nicht tangieren können, sie ist nämlich schlicht zu langsam und in der tödlichen Wirkung zu ineffizient. In den Medien, die bekanntermaßen von gewissen Interessen gesteuert werden, erzählen uns natürlich aufgebauschte Schauergeschichten.

Ebola wird zwar als ein hämorrhagisches Fieber angesehen, lebensbedrohlich ist aber der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust über Durchfall und Erbrechen und die bedrohliche Absenkung des Blutdrucks aufgrund der zeitweisen Schädigung der Nebenniere. Die Unterversorgung des Gehirns ist zusammen mit multiplem Organversagen dadurch die eigentliche Todesursache. Professionelle Pflege und medizinisch animierte Aufrechterhaltung der Körperfunktionen ließe zumindest alle vorher normal gesunde Menschen überleben.
Diese Krankheit ist eigentlich nur für Alte, Kranke bzw. Schwache oder vor allem Arme tödlich.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×