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01.06.2012

09:22 Uhr

Westlicher Lebensstil

Forscher befürchten dramatisch mehr Krebsfälle

Forscher fürchten einen dramatischen Anstieg der Krebserkrankungen um weltweit 75 Prozent - in Entwicklungsländern noch mehr. Vor allem die Verbreitung des westlichen Lebensstils ist dafür verantwortlich.

Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-(MR)-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen. Wissenschaftler rechnen mit einem d ramatischen Anstieg der Krebserkrankungen. dpa

Auf der Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-(MR)-Mammographie ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen. Wissenschaftler rechnen mit einem dramatischen Anstieg der Krebserkrankungen.

London/LyonWissenschaftler befürchten in den kommenden zwanzig Jahren einen dramatischen Anstieg der Krebserkrankungen in der ganzen Welt. Die Rate von Neuerkrankungen könnte bis 2030 weltweit um 75 Prozent wachsen, heißt es in einer Studie, die in der Online-Ausgabe der Zeitschrift „Lancet Oncology“ vom Freitag veröffentlich ist.

In den ärmsten Entwicklungsländern sieht die Lage demnach sogar noch schlimmer aus. Hier könnte es einen Anstieg von 90 Prozent geben, wie die Forscher des Internationalen Krebsforschungszentrums IARC im französischen Lyon berichten. Sie mahnten, dass sowohl wohlhabende als auch Schwellen- und Entwicklungsländer sich vorbereiten und effektive Präventionsmaßnahmen entwickeln müssten.

Grund für die Ausbreitung seien unter anderem die sich ändernden Lebensbedingungen und -gewohnheiten, erklärte Studienleiter Freddie Bray der Nachrichtenagentur dpa. Mit der Ausweitung des „typisch westlichen Lebensstils“ steige auch das Krebsrisiko.

Dazu gehörten sich ändernde Ernährungsgewohnheiten, wachsende Probleme mit Fettsucht, Rauchen, oder weniger Bewegung. Auch die Tatsache, dass Frauen mit wachsendem Wohlstand immer später und immer weniger Kinder bekommen, erhöhe die Gefahr, etwa an Brustkrebs zu erkranken, erklärte Bray. Weiterer Faktor ist das höhere Alter, das Menschen in wohlhabenden Ländern erreichen.

Eines der Ergebnisse ist aber auch, dass bestimmte Krebsarten wie etwa Gebärmutterhalskrebs, die häufig durch Infektionen ausgelöst werden, durch bessere medizinische Versorgung zurückgehen. Dieser Rückgang allerdings gleiche sich durch die Zunahme anderer, typisch „westlicher“ Krebsarten mehr als aus, heißt es.

„Krebs ist in vielen Ländern mit hohen Einkommen schon jetzt die Haupt-Todesursache“, sagte Bray. In den kommenden Jahren werde sich dies auf die ganze Welt ausweiten. „Diese Studie zeigt, dass global gehandelt werden muss, um die wachsende Belastung durch Krebs zu verringern.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

01.06.2012, 09:50 Uhr

Lebensstil als Erklärung klingt gutm und schiebt die Verantwortung jedem Einzelnen zu.

Viel wichtiger sind aber Dinge, die wir ungewollt über uns ergehen lassen müssen, ohne Möglichkeit zur Gegenwehr:

1. Strahlungen durch Funknetze, insbesondere in Deutschland durch viel zu hohe Grenzwerte problematisch -international viel mehr beachtet!

2. Elektrosmog durch Stromnetze (man sehe sich die bauvorschriften in Schweden zum Abstand von Gebäuden zu Stromnetzen an)

3. Verkauf von Produkten mit kritischen Inhaltsstoffen (Baumarktprodukte),die niemals in Unternehmen eingesetzt werden würden.

4. fehlende Kennzeichnung von Nachrungsmitteln mit Hersteller und Ursprungsland. Zur Verschleierung der Billigproduktion steht i.allg. heute nur noch "Hergestellt für ..." auf den Produkten. Somit kann dermündige verbraucher nicht erkennen, daß die Pilze aus der strahlenverseuchten Ukraine stammen!!!! Oder die Hasenaus China.

jjbs

01.06.2012, 10:24 Uhr

„Krebs ist in vielen Ländern mit hohen Einkommen schon jetzt die Haupt-Todesursache“
Wenn man nicht rechtzeitig an Tuberkolose, Malaria, Unterernährung, Staublunge, Kohlenmonoxidvergiftung von der Ofenheizung, Bürgerkrieg und ähnlichem stirbt, dann stirbt man also an Krebs. Schuld daran ist unser westlicher Lebenstil!
Wer will tauschen?

Antiparmed

01.06.2012, 12:45 Uhr

Du erliegst einer Täuschung der Hierarchie der Zusammenhänge. Größenordnungen trennen dich von einer realistischen Gefahreneinschätzung. Ich empfehle eine Übersichtslektüre zum Thema (z.B. Klaus Heilmann: Riskobarometer) und weniger Paramedizinliteratur.

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