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28.07.2016

10:16 Uhr

Wettervorhersage durch Vögel

Der Albatros als Wetterfrosch

Quelle:Spektrum.de

Albatrosse sind echte Dauerflieger, die riesige Distanzen über dem offenen Ozean zurücklegen. Die erstaunliche Flugleistung der Tiere wollen sich Forscher zunutze machen, um die Wettervorhersage zu verbessern.

Albatrosse können tausende Kilometer über offenem Meer zurücklegen. Das wollen sich Wetterforscher zunutze machen. dpa

Rekordflieger

Albatrosse können tausende Kilometer über offenem Meer zurücklegen. Das wollen sich Wetterforscher zunutze machen.

HeidelbergManche Vögel legen auf dem offenen Ozean schier atemberaubende Distanzen zurück. Der Albatros kann bei Bedarf mehr als 16.000 Kilometer ohne Zwischenlandung zurücklegen – das entspricht der Entfernung zwischen Heidelberg und Sydney. Diese enorme Flugleistung möchten sich nun Forscher um Katsufumi Satoa von der Universität Tokio zu Nutze machen.

Die Tiere sollen den Wissenschaftlern als hochmobile Sensoren für Windverhältnisse auf dem Ozean dienen. Mit den so gewonnenen Daten könnte sich die Wettervorhersage verbessern lassen.

Das Forscherteam besuchte Nistplätze in Hawaii, Japan und Indien und bestückte dort Wanderalbatrosse, Laysanalbatrosse und Weißgesicht-Sturmtaucher mit kleinen Datensammelgeräten. Die so ausgerüsteten 19 Vögel lieferten den Forschern Daten aus insgesamt 500 Flugstunden.

Indem die Forscher die jeweils aktuelle Fluggeschwindigkeit der Vögel mit der Geschwindigkeit über dem Boden ins Verhältnis setzten, konnten sie bestimmen, wie stark an einer gegebenen Position der Wind wehte. Ihre Berechnungen stimmten gut mit Daten überein, die von Satelliten geliefert wurden.

Bisher werden die Windverhältnisse auf offener See durch vereinzelte Bojen oder eben anhand von Satellitenaufnahmen bestimmt. Diese seien jedoch weder zeitlich noch räumlich sonderlich gut aufgelöst, so die Forscher.

Mit Hilfe der Tiere, die ohnehin große Distanzen zurücklegen, könnte man ein erheblich besseres Bild der Lage bekommen, vermuten Satoa und Kollegen. Dank ihrer Sensoren erhielten sie alle fünf Minuten – und damit ungefähr im Abstand von fünf Kilometern – einen Datenpunkt.

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