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20.11.2014

13:38 Uhr

WHO-Bericht

Ebola wächst nicht mehr flächendeckend

Mehr als 5400 Menschen sind bislang dem jüngsten Ausbruch von Ebola zum Opfer gefallen. Jetzt gibt es einen ersten schwachen Hoffnungsschimmer - auch wenn die Lage in den betroffenen Regionen nach wie vor sehr ernst ist.

Mehr als 15.000 Menschen sind bislang an Ebola erkrankt, über 5400 Patienten starben. ap

Mehr als 15.000 Menschen sind bislang an Ebola erkrankt, über 5400 Patienten starben.

Im Kampf gegen Ebola gibt es erstmals einen leichten Hoffnungsschimmer. In zwei der am schwersten betroffenen Länder weite sich die Seuche nicht mehr flächendeckend aus, teilte die Weltorganisationsorganisation (WHO) am Mittwochabend in Genf mit.

In den westafrikanischen Staaten Guinea und Liberia sei die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr überall angestiegen. In einigen Landesteilen und Städten verzeichneten die WHO-Experten allerdings durchaus noch einen vergleichsweise starken Anstieg.

Wie sich Ebola verbreitet

Wann ist Ebola ansteckend?

Nur dann, wenn jemand bereits Symptome zeigt. Diese können allerdings unspezifisch sein. Die Krankheit kann mit Fieber, grippeähnlichen Schmerzen und Unterleibsschmerzen beginnen, später können Erbrechen und Durchfall folgen.

Wie breitet sich Ebola aus?

Durch Körperflüssigkeiten einer infizierten Person. Dazu zählen Blut, Schweiß, Erbrochenes, Urin, Kot, Speichel und Sperma. Diese Flüssigkeiten müssen bei einem anderen Menschen einen Eingangspunkt finden, sie können durch einen Schnitt oder Kratzer eindringen. Das Virus kann zudem weitergereicht werden, wenn jemand mit kontaminierten Händen die Nase, den Mund oder die Augen eines anderen berührt. Oder jemand wird mit den kontaminierten Flüssigkeiten angespritzt. Darum tragen Gesundheitsmitarbeiter Schutzhandschuhe und andere Schutzausrüstung.

Die Weltgesundheitsorganisation teilte mit, Blut, Stuhl und Erbrochenes seien die am stärksten ansteckenden Flüssigkeiten. In Speichel sei der Virus nur bei schwer erkrankten Menschen entdeckt worden, aus Schweiß sei er noch nicht entnommen worden.

Was passiert bei zufälligem Kontakt mit einem Infizierten?

Ebola wird nicht durch die Luft übertragen. Der Direktor der US-Seuchenbehörde (CDC), Tom Frieden, sagte, Menschen steckten sich nicht an, wenn sie beispielsweise nur in einem Bus neben einem Ebola-Patienten sitzen. „Es ist nicht wie bei der Grippe. Es ist nicht wie bei Masern, nicht wie bei der gewöhnlichen Erkältung. Es breitet sich nicht so aus“, sagte er.

Können Hunde das Virus übertragen?

Das weiß man noch nicht genau. Die Behörden schläferten den Hund der spanischen Krankenschwester ein, bei der Ebola diagnostiziert worden war. Es ist aber kein Fall dokumentiert, in dem jemals Ebola von einem Hund auf einen Menschen übertragen wurde. Aber es gibt eine Studie, nach der es möglich sein soll, dass Hunde Ebola bekommen können - ohne Symptome zu zeigen.

Wie wird vorgegangen, wenn ein Ebola-Verdacht besteht?

Die Krankenhäuser, die einen Verdachtsfall haben, informieren ihr Gesundheitsministerium oder die Seuchenbehörde. Dann wird eine Checkliste durchgegangen, um festzustellen, wie hoch das Risiko ist. So wird unter anderem gefragt, ob die Person von einem riskanten Kontakt mit einem bekannten Ebola-Patienten berichtet hat, wie krank sie ist und ob eine andere Diagnose wahrscheinlicher ist.

In dem von dem lebensgefährlichen Virus besonders hart getroffenen Sierra Leone sieht die WHO dagegen gar keine Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Die Krankheit breite sich dort unverändert „intensiv“. Fast 200 neue Fälle von Ebola seien in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, während einer Woche aufgetreten, heißt es in dem von der WHO vorgestellten Bericht.

Dem Report zufolge wurden in Sierra Leone zudem lediglich 13 Prozent der Ebola-Patienten isoliert – das sei die niedrigste Rate unter den betroffenen Ländern. Nach den jüngsten Zahlen der WHO starben in Sierra Leone bisher mindestens 1250 Menschen, darunter auch sieben Ärzte.

Insgesamt stieg die Zahl der registrierten Ebola-Fälle auf 15.141 in sechs Ländern. 5420 Patienten starben. Hinzu kämen wahrscheinlich zahlreiche Infektions- und Todesfälle, die nicht registriert werden konnten, betonte die WHO.

Der Kampf gegen die Seuche sei dank wachsender ausländischer Hilfe in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone verstärkt worden. So stünden inzwischen mehr als 1000 Betten in 18 Zentren zur Verfügung, und es kämen weitere Kapazitäten zur Behandlung infizierter Menschen hinzu.

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