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28.08.2014

15:20 Uhr

WHO

Experten rechnen mit weiterer Ebola-Ausbreitung

Ein Kampf gegen die Windmühlen? Die Ebola-Seuche breitet sich schnell aus. Nun gibt es ein weiteres Opfer in Nigeria. Die WHO warnt, dass die wahre Zahl der Infizierten noch höher sein könnte.

Bruce Aylward von der Weltgesundheitsorganisation stellt die alarmierenden Zahlen vor. dpa

Bruce Aylward von der Weltgesundheitsorganisation stellt die alarmierenden Zahlen vor.

Genf/AccraDer Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika wird nach Einschätzung von Gesundheitsexperten von einem Anstieg der Fälle begleitet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Donnerstag in Genf, sie fürchte in den kommenden Monaten einen Anstieg auf mehr als 20.000 Infektionen, bevor Maßnahmen gegen das Virus greifen. Bei einem Krisentreffen in Accra berieten westafrikanische Gesundheitsminister über Maßnahmen gegen Ebola.

Nach WHO-Angaben infizierten sich seit Jahresbeginn inzwischen 3062 Menschen mit dem Virus, 1552 von ihnen starben. Vermutlich sei die tatsächliche Zahl aber in vielen Gegenden zwei- bis viermal höher, erklärte die Organisation bei der Vorstellung eines neuen Maßnahmenpakets gegen die Infektionskrankheit. Im Zuge der neuen Strategie werde davon ausgegangen, „dass die Zahl der Infektionen während dieser Epidemie auf mehr als 20.000 steigen könnte“. Als Ziel kündigte die WHO an, die weitere Ausbreitung der Epidemie binnen drei Monaten aufzuhalten und „jegliche Ansteckungen binnen sechs bis neun Monaten zu stoppen“.

Die erste Ebola-Epidemie in Westafrika hatte sich seit März von Guinea auf Sierra Leone und Liberia ausgebreitet, bevor sie auch in Nigeria auftrat. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Es löst hämorraghisches Fieber, Durchfall, Erbrechen sowie innere Blutungen aus und führt in vielen Fällen zum Tod.

In Liberias Hauptstadt Monrovia rief der Direktor des US-Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention, Tom Frieden, zu „dringendem Handeln“ auf. „Die Zahl der Fälle steigt“, warnte er. „Es wird schlimmer werden, bevor es besser wird.“ Es gebe „viel mehr Fälle als diejenigen, die diagnostiziert und gemeldet wurden“. Der Kampf gegen Ebola werde nicht einfach sein. Aber „das Gute an Ebola ist, dass wir wissen, wie wir es aufhalten können“, sagte Frieden. „Wir wissen, wie es sich ausbreitet.“

Einschätzung der WHO: Mehr als 20.000 Ebola-Fälle befürchtet

Einschätzung der WHO

Mehr als 20.000 Ebola-Fälle befürchtet

Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet einen rasanten Anstieg der Ebola-Erkrankungen in Westafrika – auf mehr als 20.000 Fälle. Fast die Hälfte der Fälle sei in den vergangenen drei Wochen erfasst worden.

In Nigeria stieg die Zahl der Ebola-Toten auf sechs. Ein Arzt erlag am 22. August im 435 Kilometer von Lagos entfernten Port Harcourt dem Virus, wie Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mitteilte. Bisher war das Virus nur in Nigerias größter Stadt Lagos aufgetreten. Port Harcourt mit seinen 3,5 Millionen Einwohnern ist das Zentrum der nigerianischen Ölindustrie. Der Arzt hatte einen an dem Virus erkrankten Mitarbeiter der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas behandelt, der seinerseits Kontakt zu einem am 25. Juli in Lagos verstorbenen liberianischen Ebola-Patienten hatte. Dieser hatte das Virus nach Nigeria gebracht.

In der ghanaischen Hauptstadt Accra begann am Donnerstag ein Krisentreffen der Gesundheitsminister der Ecowas-Staaten. Die Organisation nannte Ebola „eine Bedrohung für die regionale und globale öffentliche Gesundheitssicherheit sowie für die wirtschaftliche und soziale Sicherheit in den betroffenen Ländern“.

Gegen das Ebola-Virus gibt es bislang keine zugelassenen Medikamente oder Impfstoffe, weshalb einige Patienten bereits mit Mitteln behandelt wurden, die noch nicht an Menschen getestet wurden. Die britische Hilfsorganisation Wellcome Trust teilte mit, ab September sollten Tests für die Entwicklung eines Impfstoffes beschleunigt werden. Die Organisation gibt demnach 3,5 Millionen Euro Unterstützung, damit Tests an gesunden Freiwilligen in Großbritannien, Gambia und Mali beginnen können. Der Impfstoff wurde vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline gemeinsam mit den US-Gesundheitsbehörden entwickelt.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

29.08.2014, 10:06 Uhr

Willkommen in Deutschland
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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Donnerstag in Genf, sie fürchte in den kommenden Monaten einen Anstieg auf mehr als 20.000 Infektionen, bevor Maßnahmen gegen das Virus greifen.

Auch nach Deutschland wurden schon Ebola-Patienten ausgeflogen.
Die Behörden behaupten zwar, es bestehe keine Gefahr, sie hätten alles im Griff; aber wenn es anders kommt, so what?.

Außerdem hat der Ebola-Virus doch einen "Migrationshintergrund". Deshalb müssen wir ihn "willkommen heißen". Das gehört doch zu unserer "Willkommenskultur".

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