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01.06.2011

03:14 Uhr

WHO-Studie

Handys könnten Hirntumore verursachen

Schon seit es Mobiltelefone gibt, wird darüber gestritten, ob ihre Strahlung für den Nutzer gefährlich ist. Ausschließen lässt sich das nicht, möglicherweise sind sie krebserregend, meinen Experten des WHO-Krebsforschungsinstituts. Die Hersteller weisen das zurück.

Handys könnten Hirntumore verursachen

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London

Vom Telefonieren mit den Handy könnte eine Gesundheitsgefahr ausgehen, denn Handystrahlung ist "möglicherweise krebserregend" - zu diesem Schluss kommt eine Expertengruppe der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC in Lyon. 31 Fachleute aus 14 Ländern hatten dort rund eine Woche lang "nahezu sämtliche verfügbaren wissenschaftlichen Belege" ausgewertet, wie das Krebsforschungsinstitut der Weltgesundheitsorganisation WHO am Dienstag zum Abschluss der Beratungen mitteilte.

Der internationale Verband der Mobiltelefon-Produzenten CTIA wies den Bericht zurück. Die IARC-Analyse sei nicht aussagekräftig. "Die IARC hat eine ganze Reihe Beurteilungen durchgeführt und in der Vergangenheit beispielsweise auch eingelegtes Gemüse und Kaffee so eingestuft", heißt es in einer am Dienstag in Washington veröffentlichten Erklärung von CTIA-Vizepräsident John Walls.

Bei der IARC-Analyse ging es um hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird. Ein Krebsrisiko durch Handys kann demnach nicht ausgeschlossen werden. "Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann", erläuterte Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der IARC, in dem bereits mehr als 900 mögliche Krebsauslöser bewertet worden sind.

Dennoch entschlossen sich die Fachleute zur Einstufung der Strahlung als "möglicherweise krebserregend" ("possibly carcinogenic"), da es begrenzte Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern gebe. Auf welche Weise die Strahlung Krebs auslösen könnte, ist ungeklärt. "Die Mechanismen bleiben eine offene Frage."

"Das Ergebnis bedeutet, dass es ein Risiko geben könnte, und wir müssen deshalb genau nach einer Verbindung zwischen Mobiltelefonen und Krebsrisiko Ausschau halten", betonte der Vorsitzende der Expertengruppe, Jonathan Samet von der Universität von Südkalifornien. Die Fachleute schreiben, es seien weitere Studien nötig, auf deren Grundlage das Krebspotenzial der Strahlung in einigen Jahren erneut bewertet werden soll.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

01.06.2011, 07:38 Uhr

Dieser Artikel wurde ja über Nacht sehr stark verändert! Ist hier die Mobilfunklobby zu erkennen?

aspi

01.06.2011, 10:34 Uhr

Nach diesem Beurteilungsschema müsste man auch alternative Energien als "möglicherweise klimaschädlich" einstufen, denn wenn man die Temperaturerhöhung der letzten 20 Jahre und den Anstieg der Nutzung alternativer Energien als Kurven übereinander legt, könnte ein Zusammenhang nicht völlig ausgeschlossen sein...

Account gelöscht!

01.06.2011, 11:36 Uhr

Nun, da die Kernkraft als Gegenstand von German Angst nahezu auszufallen droht, muss natürlich schnell eine neue Sau durchs Dorf getrieben werden. Dabei ist doch völlig klar, dass die Quasselstrippen, die nur noch mit Handy am Ohr rumlaufen, ohnehin bald das zeitliche segnen werden - entweder sie werden überfahren oder sie fahren eigenhändig gegen einen Baum, weil dauernd abgelenkt. Sie werden also schon statistisch gar nicht alt genug für einen anständigen, von der bösen Strahlung verursachten Hirntumor. Für alle, die den Handy-Gebrauch auf etwa 14 Stunden pro Tag begrenzen können, gilt: Sie bekommen eine Strahlendosis ab, die etwa einem 1-stündigen Spaziergang an der Nordsee entspricht, was selbstverständlich völlig ungefährlich ist. Klingt nicht so aufregend, ist aber Fakt. Aber wer will sich schon von simplen Fakten die ganze schöne Angst versauen lassen?

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