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25.07.2013

14:49 Uhr

Wichtige Nutzpflanze

Entschlüsselung soll Produktionsschub bei Palmöl ermöglichen

Palmöl ist ist das meistgenutzte Pflanzenöl der Welt. Doch der Anbau ist schwierig und benötigt riesige Flächen. Forscher haben jetzt mittels des Erbguts angeblich ein wichtiges Anbauhindernis ausgeräumt.

Aufgeschnitene Palmölfrucht: Palmöl ist das ergiebigste Pflanzenöl der Welt. Ein Baum produziert im Jahr rund 15 Fruchtstände, jeder davon voll mit Dutzenden Einzelfrüchten. Aus dem Fruchtfleisch wird Öl gepresst, aus dem Kern separat das noch wertvollere Palmkernöl. dpa

Aufgeschnitene Palmölfrucht: Palmöl ist das ergiebigste Pflanzenöl der Welt. Ein Baum produziert im Jahr rund 15 Fruchtstände, jeder davon voll mit Dutzenden Einzelfrüchten. Aus dem Fruchtfleisch wird Öl gepresst, aus dem Kern separat das noch wertvollere Palmkernöl.

LondonPalmöl ist das meistgenutzte Pflanzenöl der Welt. Der Ölpalme bringt beim Anbau fünf- bis siebenmal höhere Erträge pro Hektar als Erdnussöl, im Vergleich zu Sojaöl sogar zehnmal mehr. Ihm wird jedoch eine gesundheitsschädigende Wirkung auf das menschliche Herz-Kreislauf-System nachgesagt. Außerdem fallen dem wachsenden Bedarf durch weltweiten Bevölkerungszuwachs und zunehmende Nutzung für Biotreibstoff große Waldflächen vor allem in Südostasien zum Opfer.

Um den problematischen Anbau zu verbessern, hat die staatliche Malaysian Palm Oil Board (MPOB) zwei Studien durchgeführt, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht werden. Die Entschlüsselung des Erbguts der Palme soll die Herstellung von Palmöl erleichtern und damit auch die Umweltschäden durch die Ausdehnung der Palm-Plantagen verringern. Demnach soll die Entschlüsselung einer Gensequenz der Ölpalme höhere Ausbeuten bei der Palmölproduktion ermöglichen, die wegen der damit verbundenen Waldrodungen nicht nur in Südostasien stark umstritten ist.

Hintergrund ist die genetische Unterscheidung zwischen drei Sorten von Ölpalmen: Eine Sorte bildet überhaupt keine Früchte aus, eine zweite nur solche mit besonders harter und daher schwierig zu verarbeitender Hülle. Zur Produktion wird vorzugsweise eine dritte Variante namens „Tenera“ mit weicherer Hülle genutzt, deren Ölausbeute 30 Prozent höher liegt als bei ihrer hartschaligen Schwester. Verantwortlich hierfür ist eine besonders günstige Genkombination, die laut MPOB nun entschlüsselt wurde.

Davon verspricht sich Malaysia, seines Zeichens zweitgrößter Palmölproduzent weltweit, einen entscheidenden Anbauvorteil: Wegen der extrem langen Reproduktionszyklen dauert es bislang nämlich bis zu sechs Jahre, bevor sich Palmenkeimlinge einer der drei Sorten zuordnen lassen. Mithilfe der Genforschung soll diese Wartezeit nun drastisch verkürzt werden – so erhofft es sich zumindest das industrienahe MPOB. „Diese Entdeckung könnte dazu beitragen, den wachsenden Speiseöl- und Biotreibstoffbedarf einerseits sowie den Schutz von Wäldern andererseits besser in Einklang zu bringen“, erklärte einer der beteiligten Studienautoren.

Von

afp

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