Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.08.2012

10:01 Uhr

"Wise" entdeckt Galaxien-Gruppe

Weltraumteleskop findet Millionen Schwarze Löcher

Das Weltraumteleskop „Wise“ hat rund 2,5 Millionen gigantische Schwarze Löcher im Kosmos gesichtet. Rund zwei Drittel dieser Objekte sind zuvor noch nie nachgewiesen worden, berichtet die Nasa.

Das Bild zeigt die Sternentstehungsregion Rho Ophiuchi im Infrarotlicht, aufgenommen mit dem Satellitenteleskop WISE (Wide-field Infrared Explorer) der Nasa. dpa

Das Bild zeigt die Sternentstehungsregion Rho Ophiuchi im Infrarotlicht, aufgenommen mit dem Satellitenteleskop WISE (Wide-field Infrared Explorer) der Nasa.

WashingtonDas Nasa-Weltraumteleskop „Wise“ hat rund 2,5 Millionen gigantische Schwarze Löcher im Kosmos gesichtet. Rund zwei Drittel dieser Objekte seien zuvor noch nie nachgewiesen worden, berichtete die US-Weltraumbehörde am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Bei seiner zwei Jahre langen Himmelskartierung stieß das 2009 gestartete fliegende Infrarot-Observatorium auch auf eine neue Gruppe staubverhüllter Galaxien, die im sichtbaren Licht bislang nicht entdeckt worden waren.
„'Wise' hat eine Menagerie versteckter Objekte enthüllt“, kommentierte Hashima Hasan vom Nasa-Hauptquartier in einer Mitteilung der US-Weltraumbehörde. „Wir haben einen Asteroiden gefunden, der vor der Erde auf ihrer Bahn hertanzt, die kältesten sternähnlichen Kugeln und jetzt supermassereiche Schwarze Löcher und Galaxien, die sich hinter einem Staubvorhang verstecken.“


Diese Sterninseln strahlen bis zu 1.000 Mal stärker als unsere Milchstraße und gehören damit zu den leuchtkräftigsten Objekten im Universum. Sie hüllen sich jedoch in so dichte Staubschichten, dass sie im sichtbaren Licht verborgen bleiben. Erst die empfindlichen Infrarot-Augen von „Wise“ (Wide-field Infrared Survey Explorer) registrierten die Wärmestrahlung des aufgeheizten Staubs.

Insgesamt stießen die Astronomen bislang auf 1.000 Kandidaten für die „hot DOGs“ getauften Galaxien. Die Bezeichnung steht für „hot dust obscured galaxies“ (zu Deutsch: heiße, staubverhangene Galaxien). Folgebeobachtungen bestätigten bisher mehr als 100 dieser Objekte. „Wahrscheinlich sehen wir eine neue, seltene Phase der Galaxienentwicklung“, kommentierte Jingwen Wu vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa.

Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. In der Mitte ist das Band unserer Milchstraße zu sehen. dpa

Ein vom US-Weltraumteleskop «Wise» zusammengesetzes Bild des Himmels zeigt neu entdeckte Galaxen markiert als lila Punkte. In der Mitte ist das Band unserer Milchstraße zu sehen.


Die „hot DOGs“ werden von einem gigantischen Schwarzen Loch in ihrer Mitte befeuert und könnten aus der Verschmelzung zweier großer Galaxien entstehen, glauben die Astronomen. So eine Kollision kann das zentrale Schwarze Loch anfeuern, das Forscher im Zentrum jeder großen Galaxie vermuten, und zugleich große Mengen Gas und Staub nach außen schleudern, aus denen sich schließlich der undurchdringliche Kokon bildet. Möglicherweise wird auch unsere Milchstraße in ferner Zukunft einmal zu einem „hot DOG“, denn sie befindet sich auf Kollisionskurs mit der benachbarten Andromeda-Galaxie.
Trotz der scheinbar großen Zahl von 1.000 „hot DOGs“-Kandidaten sind diese Galaxien im Universum sehr selten. „'Wise' musste den ganzen Himmel absuchen, um sie zu finden“, erläuterte JPL-Forscher Peter Eisenhardt. Das Infrarot-Observatorium war im Dezember 2009 mit einer Delta-II-Rakete in den Weltraum geschossen worden und hat bis Anfang 2011 den gesamten Himmel zweimal im Infrarotlicht nach unsichtbaren Objekten abgesucht.

Von

dpa

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

pendler

30.08.2012, 10:13 Uhr

hihi, in der

- EZB
- ESM
- Griechenland

haben wir aber auch schwarze Löcher entdeckt.

Account gelöscht!

30.08.2012, 15:32 Uhr

@pendler: Stimmt aber dazu gibt's ja auch die passenden schwarzen Schafe.

Bald kommt die Zeit der Scherung für diese Viecher - wie in Island bereits geschehen.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×