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03.01.2007

20:50 Uhr

Wissenschaft

75 Flüssiggas-Seen auf dem Saturnmond entdeckt

Auf dem wolkenverhangenen Saturnmond Titan gibt es zahlreiche eiskalte Seen aus Flüssiggas. Das schließen Forscher aus Radarbildern der Raumsonde „Cassini“, wie sie im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 445, S. 61) berichten.

Seen auf dem Saturnmond Titan dpa

Radarbilder der "Huygens"-Muttersonde "Cassini" zeigen nach Deutung von Forschern der Nasa auf dem Saturnmond Titan große Seen flüssiger Kohlenwasserstoffe wie Methan (Nasa-Veröffentlichung vom 24.07.2006).

dpa LONDON. Auf dem wolkenverhangenen Saturnmond Titan gibt es zahlreiche eiskalte Seen aus Flüssiggas. Das schließen Forscher aus Radarbildern der Raumsonde „Cassini“, wie sie im britischen Fachjournal „Nature“ (Bd. 445, S. 61) berichten.

Auf den Radaraufnahmen der Nordpolarregion des Titan finden sich demnach mehr als 75 Seen mit drei bis 70 Kilometern Durchmesser. Die Forscher um Ellen Stofan vom University College London werten dies als den bislang stärksten Beleg für einen Flüssigkeitskreislauf auf dem zweitgrößten Mond im Sonnensystem - ähnlich dem Wasserkreislauf der Erde. Die Radarbilder hatte die US-Raumfahrtagentur Nasa erstmals im vergangenen Juli veröffentlicht.

Titan ist der einzige Mond mit einer Atmosphäre in unserem System. Sie ähnelt in mancher Hinsicht derjenigen der jungen Erde. So ist auch auf dem Titan Stickstoff der Hauptbestandteil der Lufthülle. Statt Wasser, das bei den eisigen minus 180 Grad Celsius auf dem Saturnmond sofort gefriert, zirkuliert vermutlich Methan in einem Flüssigkeitskreislauf auf dem Titan. So hatten „Cassini“ und die Landesonde „Huygens“ dort Flüsse, Dünen und Belege für einen beständigen Methan-Nieselregen gefunden.

Die Methan-Quelle ist jedoch noch weitgehend rätselhaft. Ursprünglich vermutete Flüssiggas-Ozeane wurden auf Titan nicht gefunden, so dass eine Quelle im Mondinneren wahrscheinlicher erschien. Die auf den Radarbildern sichtbaren Seen könnten nun darauf hindeuten, dass zumindest ein Teil des atmosphärischen Methans aus Oberflächen-Seen stammen könnte. Genaueren Aufschluss erhoffen sich die Planetenforscher von den weiteren 22 Vorbeiflügen von „Cassini“ am Titan, von denen der nächste für den 13. Januar geplant ist.

(Internet: http://saturn.jpl.nasa.gov)

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