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02.02.2007

06:45 Uhr

Nordseewellen dpa

Forscher haben den "Geruch des Meeres" geklont (Symbolbild).

dpa WASHINGTON. Forscher haben ein Enzym gefunden, mit dem Bakterien den typischen Geruch des Meeres produzieren. Die Gruppe um Jonathan Todd von der Universität von East Anglia (Großbritannien) isolierte auch das zugehörige Gen und übertrug es im Labor auf ein gewöhnliches Darmbakterium, das daraufhin ebenfalls das Gas Dimethylsulfid (DMS) herstellte.

Das berichtet die Gruppe im Journal „Science“ (Bd. 315, S. 666). DMS liefert nicht nur die Erinnerung an Strand und Wellen, sondern ist eines der wichtigsten Gase im globalen Klimahaushalt. In der Atmosphäre bildet es so genannte Kondensationskeime, an denen feine Wassertröpfchen und schließlich Wolken entstehen. Diese wiederum reflektieren das Sonnenlicht ins All zurück und tragen damit zur Kühlung der Erde bei. Außerdem orientieren sich auch einige Seevögel bei ihrer Nahrungssuche an DMS.

Das Gas entsteht durch die Arbeit von Bakterien aus seinem Vorläufermolekül, dem Dmsp (Dimethylsulfidpropionat). Dieses wird von vielen Algen freigesetzt. Todd und seine Kollegen isolierten ein Bakterium aus dem Schlamm der Salzmarsch in der Nähe des Ortes Stiffkey. In diesen Mikroorgansimen fanden die Briten schließlich das Gen dddd. Es ließ sich im Labor auf andere Bakterien übertragen, die daraufhin ebenfalls DMS und damit das Aroma des Meeres herstellten.

Die neue Erbanlage ist unterdessen nicht das erste Gen, das DMS herstellt. Todd und seine Kollegen beschreiben in „Science“ aber einen neuen Weg, auf dem das für das Klima bedeutende Molekül DMS entsteht.

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