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07.03.2006

10:45 Uhr

Wissenschaft

Forscher vor Problemen bei Tsunami-Warnsystem

Beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean müssen die deutschen Wissenschaftler erste praktische Probleme lösen.

Tsunami dpa

Ein Bild der Verwüstung auf Sri Lanka nach dem verheerenden Tsunami vom 26.12.2004.

dpa BREMEN/POTSDAM. Beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean müssen die deutschen Wissenschaftler erste praktische Probleme lösen.

Der Datenaustausch zwischen Sensoren am Meeresboden und Bojen an der Wasseroberfläche funktioniere noch nicht optimal, sagte Projektleiter Alexander Rudloff vom Geoforschungszentrum Potsdam am Montag beim Jahreskongress der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft (DGG) in Bremen.

Die Kommunikation zwischen den Sensoren leide möglicherweise unter den Bewegungen, die die am Meeresboden verankerten Schwimmkörper an der Oberfläche vollführten. Die Bojen sollen unter anderem die am Meeresboden gemessenen Druckänderungen an Auswertungsstationen weiterleiten.

Die Arbeiten an dem von der Bundesregierung in Auftrag gegebenen Warnsystem befänden sich jedoch weiter im Zeitplan, sagte Rudloff. Danach werde es 2008 einsatzfähig sein und an Indonesien übergeben werden. Außer indonesischen Experten würden derzeit bereits Fachleute aus Sri Lanka und aus Thailand mit dem System vertraut gemacht. Alle drei Länder waren von dem verheerenden Tsunami Ende 2004 heimgesucht worden. Die Flutwelle war am 26. Dezember 2004 von einem Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra ausgelöst worden und hatte rund 230 000 Menschen in den Tod gerissen.

Das Frühwarnsystem soll künftig die betroffenen Menschen spätestens zehn Minuten nach einem schweren Unterwasser-Erdbeben alarmieren. Zum Messsystem gehören Geräte am Meeresboden, Pegelstationen an der Küste, Meeresspiegelbojen und Erdbebensensoren an Land. Derzeit installiert werden nach den Angaben von Rudloff so genannte GPS-Sensoren an Land. Sie sollen auch kleine Erdverschiebungen im Zentimeterbereich registrieren. Jeweils eine der deutschen Erdbebenmessstationen wurde den Angaben zufolge bereits auf den Inseln Java, Kalimantan, Nias und Sumatra installiert.

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