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28.03.2006

12:44 Uhr

Wissenschaft

Forscherin: Schimpansen haben Gespür für Spiritualität

Schimpansen haben nach Ansicht der renommierten Affenforscherin Jane Goodall ein Gespür für spirituelle Strömungen und sind auch begrenzt zu Kriegen fähig.

Schimpansen dpa

Schimpansen haben angeblich ein Gespür für spirituelle Strömungen.

dpa JOHANNESBURG. Schimpansen haben nach Ansicht der renommierten Affenforscherin Jane Goodall ein Gespür für spirituelle Strömungen und sind auch begrenzt zu Kriegen fähig.

„Ich war sehr schockiert als ich entdeckt habe, dass sie auch ihre dunklen Seiten haben; sie können extrem brutal und gewalttätig sein und sogar einen primitiven Krieg vom Zaun brechen“, erklärte Goodall am Dienstag bei einem Vortrag vor dem Gordon Business-Institut in Johannesburg. Die Tiere wären aber nicht in der Lage, vorsätzlich und aus Kalkül heraus zu foltern oder zu morden.

Die Umweltaktivistin beschrieb zudem Schimpansen, die an einem in mehrfacher Hinsicht beeindruckenden Wasserfall regelrechte Tänze aufführten. „Man bekommt das Gefühl, dass das die Art von Gespür ist, die uns zur Religion geführt hat“, erklärte Goodall zum Abschluss eines einwöchigen Aufenthalts in Südafrika, bei dem sie das erste Schimpansen-Schutzgebiet des Landes eröffnete und ihr jüngstes Buch „Harvest for Hope“ vorstellte. Die überzeugte Vegetarierin appelliert darin an ihre Leser, bewusster zu leben und sich vor allem auch gesünder zu ernähren. Goodall: „Wir müssen umdenken und bewusstere Entscheidungen treffen.“ Wenn alle individuell Weichen setzten, gebe es trotz beängstigender Perspektiven noch Hoffnung.

Das seit Jahresbeginn in den USA und Südkorea vermarktete Buch soll in den kommenden Monaten auch auf den deutschen Markt kommen. „An einer deutschen Übersetzung wird gerade gearbeitet„, erklärte Goodall der dpa. Die 72-Jährige, die für ihre unermüdliche Affenforschung zahlreiche internationale Auszeichnungen erhielt, sieht „ihre“ Schimpansen nur noch zwei Mal jährlich. Die Existenz der Menschenaffen sei bedroht: „Der Bestand ist von rund zwei Mill. Tieren im Jahr 1960 auf weniger als 200 000 Tiere gesunken.“ Das neu geschaffene Schutzgebiet nahe dem südafrikanischen Ort Nelspruit soll einmal bis zu 45 Schimpansen aufnehmen können.

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