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01.02.2008

18:35 Uhr

Wissenschaft

Fossil von Ur-Krokodile in Brasilien gefunden

In Brasilien sind die versteinerten Reste eines Vorfahren der heutigen Krokodile entdeckt worden. Wissenschaftler des südamerikanischen Landes erklärten nach Medienberichten, es handele sich um das „fehlende Glied“ zwischen den Dinosauriern und den heutigen Panzerechsen.

Ur-Krokodile gefunden dpa

Montealtosuchus arrudacamposi: Der versteinerte Vorfahr heutiger Krokodile wurde jetzt in Brasilien gefunden.

dpa RIO DE JANEIRO. In Brasilien sind die versteinerten Reste eines Vorfahren der heutigen Krokodile entdeckt worden. Wissenschaftler des südamerikanischen Landes erklärten nach Medienberichten, es handele sich um das „fehlende Glied“ zwischen den Dinosauriern und den heutigen Panzerechsen.

Das prähistorische Raubtier, das vor rund 80 Mill. Jahre existiert hat, sieht den modernen Krokodilen bereits sehr ähnlich, lebte den Angaben zufolge aber nicht im Wasser, sondern auf dem Land.

Paläontologen der Bundesuniversität Rio de Janeiro und des Museums für Paläontologie von Monte Alto im Staat Sao Paulo präsentierten am Donnerstag unter anderem auch eine Nachbildung der etwa 1,70 Meter langen und 30 bis 40 Kilogramm schweren Echse, die zur Familie der Peirosauridae gehört. Das fossile Tier, das bei Ausgrabungen von Museumsleiter Antonio Celso de Arruda Campos bereits im Jahr 2004 in der Nähe von Monte Alto gefunden wurde, wurde von den Wissenschaftlern zu Ehren von Fundort und Entdecker Montealtosuchus arrudacamposi getauft.

Man habe rund 80 Prozent des gut erhaltenen Skeletts finden können, hieß es. „Das ist eine großartige Entdeckung, die nun gestattet, die Evolution des Krokodils im Laufe von Mill. von Jahren nachzuvollziehen“, sagte der Wissenschaftler Felipe de Vasconcellos der Zeitung „Folha de Sao Paulo“ (Freitagausgabe). Das Fossil werde auch zur weiteren Klärung der Frage beitragen, wie die Umwelt im damaligen Erdzeitalter, der späteren Kreidezeit, war.

„Der Schädel ist wie bei den primitiven Krokodilsformen kürzer und liegt im Vergleich zum Rumpf höher. Unterkiefer, Beine und Wirbel erinnern dagegen schon an die modernen Krokodile“, erläuterte Vasconcellos. Die Wissenschaftler glauben, dass Montealtosuchus arrudacamposi relativ lange Beine hatte, sehr wendig und Fleischfresser war und sich im Gegensatz zu heutigen Krokodilen fast nur auf dem Land aufhielt. „Das erkennen wir an den Augen. Die lagen bei Montealtosuchus eher seitlich, wie bei Kühen oder Pferden. Bei den heutigen Krokodilen, die sich vorwiegend im Wasser aufhalten, sind die Augen oben auf dem Kopf.“ Weitere Informationen wurden in der Fachzeitschrift „Zootaxa“ (Bd. 1 607, S. 35) veröffentlicht.

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