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17.01.2007

18:45 Uhr

Wissenschaft

Heutige Meteoriten haben ihren Ursprung vor 470 Millionen Jahren

Ein Viertel aller Meteoriten, die heute die Erde treffen, haben ihren Ursprung in einer gewaltigen Asteroiden-Kollision vor 470 Mill. Jahren. An der Grenze zwischen äußerem und innerem Sonnensystem waren damals zwei vermutlich einige hundert Kilometer große Asteroiden zusammengestoßen.

Meteorit dpa

Dieser Meteorit wurde im Allgäu gefunden. Ein Viertel aller Meteoriten, die heute die Erde treffen, haben ihren Ursprung in einer gewaltigen Asteroiden-Kollision vor 470 Mill. Jahren.

dpa HEIDELBERG. Ein Viertel aller Meteoriten, die heute die Erde treffen, haben ihren Ursprung in einer gewaltigen Asteroiden-Kollision vor 470 Mill. Jahren. An der Grenze zwischen äußerem und innerem Sonnensystem waren damals zwei vermutlich einige hundert Kilometer große Asteroiden zusammengestoßen.

Das teilte die Universität Heidelberg am Mittwoch mit. Mit einer neuen Methode zur Datierung konnten Forscher um Mario Trieloff vom Mineralogischen Institut nun Meteoriten diesem „kosmischen Großereignis“ zuordnen. Die Studie ist in der Januarausgabe der Fachzeitschrift „Meteoritics and Planetary Science“ (Bd. 42, S. 113) erschienen.

Vor etwa zehn Jahren hatten Wissenschaftler erstmals fossile Meteoriten in einem schwedischen Steinbruch entdeckt. Weil das Gestein sehr stark verwittert war, konnte es chemisch oder mineralogisch nicht zweifelsfrei als einer der bekannten Meteoriten- Typen identifiziert werden. Die Heidelberger Forscher wiesen nun mit einer weiterentwickelten radiometrischen Datierungsmethode nach, dass eine heute noch auf die Erde treffende Meteoriten-Gruppe - die so genannten L-Chondrite - von einem vor 470 Mill. Jahren auseinander gerissenen Kleinplaneten stammt.

Nach dem Zusammenprall fielen für einige Mill. Jahre etwa hundert Mal so viele Meteoriten auf die Erde wie in der Neuzeit. Der Einschlag kilometergroßer Bruchstücke war ebenfalls deutlich häufiger. Die Energie solcher Einschläge ist beträchtlich: So wird etwa ein 30 Kilometer großer Krater von einem Ereignis verursacht, dessen Energie etwa zehn Mill. Hiroschima-Bomben entspricht. „Das ist, als ob ein Berg der Größe des Feldbergs (Schwarzwald) mit einer Geschwindigkeit von 50 000 Stundenkilometern die Erde trifft“, heißt es in der Mitteilung.

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