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20.01.2006

13:35 Uhr

Wissenschaft

Hörtests bei Seehunden

Die Seehunde in Friedrichskoog (Schleswig- Holstein) lassen in diesem Jahr im Dienst der Wissenschaft ihr Gehör testen. Biologen wollen erforschen, ob Bau und Betrieb von Offshore-Windkraftanlagen in 30 bis 120 Kilometern vor der Küste die Hörfähigkeit der Tiere beeinträchtigen oder schädigen.

Seehund mit Kopfhörer dpa

Mit einem Kopfhöhrer ausgestattet zeigt sich Seehund "Deern"in der Seehundstation in Friedrichskoog. Mit dem Kopfhörer werden dem Tier Geräusche vorgespielt, um sein Gehör zu testen.

dpa FRIEDRICHSKOOG. Die Seehunde in Friedrichskoog (Schleswig- Holstein) lassen in diesem Jahr im Dienst der Wissenschaft ihr Gehör testen. Biologen wollen erforschen, ob Bau und Betrieb von Offshore-Windkraftanlagen in 30 bis 120 Kilometern vor der Küste die Hörfähigkeit der Tiere beeinträchtigen oder schädigen.

„Die gewonnenen Daten dienen der Genehmigungsbehörde als Grundlage, um geplante Anlagen zu bewerten und bei Bedarf entsprechende Auflagen erlassen zu können“, sagte Meeresbiologe Klaus Lucke am Freitag.

„Für die Fundamente der Offshore-Windanlagen müssen Stahlrohre 20 bis 30 Meter tief in den Boden gerammt werden“, erklärte Lucke: Im dichten Umkreis sei es so laut, dass es zu Schädigungen des sehr empfindlichen Gehörs der Tiere kommen kann. „Anders als der Mensch sind im Wasser lebende Tiere sehr viel mehr auf das Gehör angewiesen“, erläuterte der Forscher. „Jede Schädigung seines Hörvermögens hätte schwerwiegende Folgen für das Tier.“

Für ihre Hörtests nutzen die Wissenschaftler „absolut schonende“ Untersuchungsmethoden, ähnlich wie sie bei Kleinkindern angewandt werden, erklärte Lucke: Mit Elektroden werden die Hirnströme der Forschungs-Seehunde gemessen: „Jedes Ohr sendet bei der Wahrnehmung eines Geräusches Nervenimpulse an das Gehirn.“

Mit ihren Untersuchungen wollen die Forscher die Methode testen und gleichzeitig eine Datengrundlage erhalten, um dann im Anschluss bei wild lebenden Tieren die gleichen Untersuchungen vornehmen zu können. Später wollen die Biologen begleitend untersuchen, ob sich das Gehör der wild lebenden Seehunde deutlich verschlechtert oder nicht. Die Wissenschaftler erforschen schon seit 2002 das Hörvermögen der Seehunde.

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