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09.01.2007

14:00 Uhr

Wissenschaft

„Hubble“ späht in urtümlichen Kreißsaal der Sterne

Mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop haben Astronomen einen Blick in eine urtümliche Geburtsstätte von Sternen geworfen. In der Region N90 in der Kleinen Magellanschen Wolke herrschen noch weitgehend Verhältnisse wie im jungen Universum.

'Kreißsaal der Sterne' dpa

Hubble-Foto vom Sternentstehungsgebiet N90 in der Kleinen Magellanischen Wolke (Foto: Nasa & Esa & Hubble Heritage Team).

dpa GARCHING. Mit dem „Hubble“-Weltraumteleskop haben Astronomen einen Blick in eine urtümliche Geburtsstätte von Sternen geworfen. In der Region N90 in der Kleinen Magellanschen Wolke herrschen noch weitgehend Verhältnisse wie im jungen Universum.

Dies teilte das europäische „Hubble“-Zentrum am Dienstag in Garching bei München mit. Die Forscher erhoffen sich aus solchen Beobachtungen Aufschluss über die Entstehung früher Sternengenerationen im Kosmos.

Die Kleine Magellansche Wolke ist eine Zwerggalaxie im Sternbild Tukan am Südhimmel, die unsere Milchstraße begleitet. Kleine Galaxien entwickeln sich sehr viel langsamer als große. So besitzen sie beispielsweise noch keinen großen Anteil schwerer chemischer Elemente, weil diese erst durch die Kernfusion in mehreren aufeinander folgenden Sterngenerationen geschmiedet werden. Zwerggalaxien gelten als die Bausteine großer Galaxien.

Im Herzen der Region N90 liegt der rund 200 000 Lichtjahre entfernte Sternhaufen NGC 602, in dem laufend neue Sterne entstehen. Das „Hubble“-Teleskop bietet den Wissenschaftlern einen detaillierten Blick in diese Kinderstube urtümlicher Sterne. Normalerweise müssen Astronomen für solche Beobachtungen viel weiter ins All schauen, wobei viele Details verloren gehen.

Forscher um Antonella Nota vom Space Telescope Science Institute in Baltimore (US-Staat Maryland) fanden in den „Hubble“-Beobachtungen eine verstreute Gruppe junger Sterne, die noch in der Entstehung begriffen sind. Diese künftigen Sonnen sammeln durch ihre Schwerkraft Gas aus der Umgebung und sind im Zentrum noch nicht heiß und dicht genug, um das Fusionsfeuer zu zünden. Notas Gruppe stellte ihre Analysen auf der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Seattle (US-Staat Washington) vor.

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