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09.01.2006

23:05 Uhr

Wissenschaft

Impfstoff aus Tabakpflanzen schützt Meerschweinchen vor Pest

Ein neuer Impfstoff aus Tabakpflanzen verspricht Schutz vor der Pest, einem der ältesten Leiden der Menschheit. Das US-deutsche Vakzin wurde bisher erst an Meerschweinchen erprobt, erwies sich bei den Nagern aber als äußerst vielversprechend.

Tabak dpa

Ein neuer Impfstoff aus Tabakpflanzen verspricht Schutz vor der Pest.

dpa WASHINGTON/HALLE. Ein neuer Impfstoff aus Tabakpflanzen verspricht Schutz vor der Pest, einem der ältesten Leiden der Menschheit. Das US-deutsche Vakzin wurde bisher erst an Meerschweinchen erprobt, erwies sich bei den Nagern aber als äußerst vielversprechend.

75 Prozent der geimpften Meerschweinchen überlebten eine Lungenpest, die sonst unbehandelt fast immer tödlich verläuft. Auch die restlichen 25 Prozent der Versuchstiere zeigten eine gewisse Resistenz gegen das Pestbakterium Yersinia pestis, erlagen ihm am Ende aber doch.

Forscher des Biozentrums in Halle an der Saale, der Staatlichen Universität von Arizona, und des Zentrums für Infektionskrankheiten der US-Armee in Fort Detrick (US-Bundesstaat Maryland) stellen das Vakzin in der Online-Ausgabe der „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (DOI: 10.1 073/pnas.0 510 014 103) vor.

Ihrer Darstellung nach wird in aller Welt nach einem wirksamen und sicheren Schutz gegen den Pesterreger gesucht - vor allem aus Sorge vor einer Terrorattacke mit dem tödlichen Bakterium. Außerdem sei die Pest als Volkskrankheit bis heute nicht besiegt und flackere immer wieder regional in Afrika, Asien und Lateinamerika auf.

Das Team um Charles Arntzen von der Universität von Arizona entwickelt seinen Impfstoff auf der Basis zweier Eiweißstoffe, die der Pesterreger zur Infektion von Menschen benutzt. Es gelang ihnen, diese Proteine, F1 und V genannt, aus den Blättern gentechnisch veränderter Tabakpflanzen zu gewinnen. Sie injizierten die Proteine den Meerschweinchen, gaben den Tieren Zeit, Antikörper zu entwickeln, und setzten sie dann einem Sprühnebel der gefährlichen Erreger aus.

Dabei stellten sie fest, dass die nur mit dem V-Protein geimpften Nager die besten Überlebenschancen hatten. Sollte das Vakzin auch Menschen schützen, könnte es in Tabakpflanzen preiswert und schnell in großen Mengen produziert werden, hoben die Forscher hervor.

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