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09.03.2006

12:05 Uhr

Wissenschaft

Implantate ermöglichen tauben Kinder das Hören

Taub geborene Kinder können mit einer speziellen Innenohrprothese und einer intensiven Hör- und Spracherziehung nach Angaben eines Kölner Experten in vielen Fällen wieder hören.

Hörprobe dpa

Ein taubes Kind bei einer Untersuchung im Cochlear Implant Centrum in Hannover. (Archivfoto).

dpa KöLN. Taub geborene Kinder können mit einer speziellen Innenohrprothese und einer intensiven Hör- und Spracherziehung nach Angaben eines Kölner Experten in vielen Fällen wieder hören.

„Kinder, die taub oder fast taub geboren werden und in ihrem ersten Lebensjahr mit dem Cochlear-Implantat versorgt werden, haben große Chancen, später eine normale Hör- und Sprachentwicklung zu schaffen.“ Das betonte der Leiter der Audiologe an der Kölner HNO- Universitätsklinik, Prof. Martin Walger, am Donnerstag in einem dpa- Gespräch anlässlich eines Fachkongresses in der Domstadt.

„Wir sind sehr bemüht, durch frühzeitige Diagnose von kindlichen Hörstörungen die betroffenen Kinder sehr schnell mit einer Hörhilfe zu versehen“, betonte Walger, der das Cochlear-Implant-Centrum Köln (CIK) an der HNO-Universitätsklinik betreut. „Unter 1 000 Neugeborenen kommen ein bis zwei Kinder völlig taub zur Welt, hier sind die Möglichkeiten des Cochlear-Implantats ein großes Thema“, betonte Walger. Ein Expertenteam etwa aus Ärzten, Audiologen (Spezialisten für Störungen des Hörorgans), Ingenieuren und Physikern stehe in dem vor drei Jahren gegründeten CIK bereit. „Wir haben bisher in 80 Fällen erfolgreich implantiert.“

Voraussetzung für eine adäquate Versorgung schon in den ersten Lebenswochen sei ein verpflichtendes Neugeborenen-Screening für alle. „Mit diesem Screenung können wir die Fälle mit angeborenem Hörschaden sofort herausfiltern.“ Ein absolutes Muss sei eine zwei bis dreijährige intensive Hör- und Sprachtherapie.

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