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08.01.2007

23:20 Uhr

Wissenschaft

Industriefinanzierte Studien loben Getränke häufiger

Das Ergebnis wissenschaftlicher Studien über den gesundheitlichen Nutzen von Getränken hängt stark von den Interessen der jeweiligen Geldgeber ab.

dpa SAN FRANCISCO. Das Ergebnis wissenschaftlicher Studien über den gesundheitlichen Nutzen von Getränken hängt stark von den Interessen der jeweiligen Geldgeber ab.

Wurde der Untersuchungsauftrag ausschließlich von Herstellern beispielsweise von Saft, Milch oder Limonade erteilt, fiel das Resultat vier bis acht Mal so häufig positiv aus wie in anderen Fällen. Das geht aus einer Untersuchung in der Januar-Ausgabe des Journals „Plos Medicine“ hervor (online veröffentlicht).

Eine Gruppe um Lenard Lesser vom Kinderkrankenhaus in Boston (US-Staat Massachusetts) hatte entsprechende Untersuchungen zwischen Januar 1999 und Dezember 2003 daraufhin geprüft, ob sie das Produkt als „gut“, „schlecht“ oder „neutral“ für die Gesundheit einstuften. 206 veröffentlichte Artikel wurden in die Untersuchung einbezogen.

Wurde ein Artikel nur von der Industrie finanziert, war sein Resultat vier bis acht Mal so häufig im Sinne der Interessen des Auftraggebers als bei anderen Studien. Sollten sich diese Resultate durch weitere Untersuchungen bestätigen, sei ein Nachdenken über Gegenmaßnahmen sinnvoll, heißt es in „Plos Medicine“.

Zum Beispiel könnten Forscher freiwillig darauf verzichten, industrielle Unterstützung anzunehmen, erklären Lesser und seine Kollegen. Zudem könnten auch die Journale strengere Regeln für die Publikation industriefinanzierter Studien einführen. Auf jeden Fall könnten die Geldgeber das Ergebnis von Studien beeinflussen - mit Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, erklärt das Team.

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