Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.04.2006

17:00 Uhr

Wissenschaft

Katzen als Vogelgrippe-Überträger eventuell unterschätzt

Katzen könnten nach Ansicht von Wissenschaftlern eine wichtige Rolle bei der Übertragung der auch für den Menschen gefährlichen Form der Vogelgrippe spielen.

Katze dpa

Katzen könnten nach Ansicht von Wissenschaftlern eine wichtige Rolle bei der Übertragung der Vogelgrippe spielen.

dpa DEN HAAG/LONDON. Katzen könnten nach Ansicht von Wissenschaftlern eine wichtige Rolle bei der Übertragung der auch für den Menschen gefährlichen Form der Vogelgrippe spielen.

In gefährdeten Gebieten sollten sie besser beobachtet und eventuell sogar isoliert werden, fordert eine Gruppe von Virusforschern um den Rotterdamer Experten Ab Osterhaus in einem Kommentar im Fachjournal „Nature“ (Bd. 440, S. 741) von diesem Donnerstag.

Die Autoren weisen darauf hin, dass in Vogelgrippegebieten nicht nur Hauskatzen, sondern auch Tiger und Leoparden im Zoo an dem Virus H5n1 verendet sind, nachdem sie infiziertes Geflügel gefressen hatten. In Rotterdam wurden in Laborversuchen Katzen entweder über die Atemwege oder über das Futter oder über Kontakt untereinander mit diesem Erreger infiziert. Die Forscher fanden das Virus in den Ausscheidungen der Katzen - allerdings in weit geringerer Konzentration als bei Vögeln. Bei den Katzen, die infiziertes Fleisch gefressen hatten, wurde das Virus nicht nur in den Atemwegen, sondern auch in den Darmwänden nachgewiesen. Dies lasse einen neuen Ansteckungsweg vermuten, schreiben die Forscher.

Noch ist nach ihrer Ansicht zu wenig über die Rolle von Katzen bei der Verbreitung des Vogelgrippevirus H5n1 bekannt. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass es sich auch auf diesem Umweg so verändern könnte, dass es auch von Mensch zu Mensch übertragbar wird.

Nach dem Tod einer Katze an der Vogelgrippe auf der Ostseeinsel Rügen ist bei keiner der dort seitdem eingefangenen 140 herrenlosen Katzen das Vogelgrippevirus H5n1 nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt auf der Insel kürzlich weiter mitteilte, wurden alle Tiere auf den Erreger getestet und zudem sterilisiert. Von Ende Februar bis 31. März seien zudem 43 tot aufgefundene Katzen untersucht worden. „Zu den bekannten drei positiven Fällen aus dem Bereich Trent-Schaprode vom 28. Februar und 08. März 2006 sind keine neuen Nachweise von Vogelgrippevirus bei Katzen hinzugekommen“, heißt es in der Mitteilung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×