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02.03.2006

10:25 Uhr

Wissenschaft

Klonforscher Hwang wegen Fälschungsvorwürfen verhört

Nach den aufgeflogenen Fälschungen seiner Aufsehen erregenden Stammzellstudien hat sich der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk erstmals den Fragen der Staatsanwälte stellen müssen.

Hwang dpa

Der umstrittene Klonforscher Hwang Woo Suk ist von Staatsanwälten vernommen worden.

dpa SEOUL. Nach den aufgeflogenen Fälschungen seiner Aufsehen erregenden Stammzellstudien hat sich der südkoreanische Klonforscher Hwang Woo Suk erstmals den Fragen der Staatsanwälte stellen müssen. Hwang erschien zum Verhör im Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft in Seoul, ohne auf die Fragen wartender Reportern einzugehen.

Außer dem einst als Volksheld gefeierten Tiermediziner wurden drei andere Forscher vorgeladen, die eine Schlüsselrolle in dem Fälschungsskandal gespielt haben sollen. Die vier wurden nach Angaben der Ermittler am selben Tag vernommen, um mögliche Absprachen untereinander zu verhindern.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Januar eigene Ermittlungen in dem Fall wegen des Verdachts des Betrugs, der Veruntreuung staatlicher Forschungszuschüsse und des Verstoßes gegen das Bioethikgesetz aufgenommen. Hwang und Mitgliedern seines Teams drohen strafrechtliche Konsequenzen, sollten ihnen die Beteiligung an den Manipulationen der beiden fraglichen Abhandlungen aus den Jahren 2004 und 2005 über geklonte embryonale Stammzellen nachgewiesen werden. Eine Untersuchungskommission der Nationaluniversität in Seoul hatte im Januar mitgeteilt, dass beide Studien gefälscht wurden. Im vergangenen Monat suspendierte die Hochschule Hwang und sechs andere Professoren wegen ihrer Rollen in dem Skandal.

Er wolle den Ermittlern die ganze Wahrheit sagen, kündigte Hwangs ehemaliger Mitarbeiter Kim Sun Jong vor Beginn des Verhörs am Donnerstag an. Hwang hatte mehrmals angedeutet, dass er den früheren Forscher am Mizmedi-Krankenhaus in Seoul im Verdacht habe, mit Absicht Stammzellen aus seinem Forschungslabor vertauscht zu haben. Hwang übernahm als Hauptautor die Verantwortung für die Verwendung gefälschter Forschungsdaten. Allerdings beschrieb sich der 53-jährige Forscher als Opfer eines Komplotts und machte Mitarbeiter für die Manipulationen verantwortlich.

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