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14.03.2006

16:00 Uhr

Wissenschaft

Kometenstaub überrascht Nasa

Der von der Nasa-Sonde „Stardust“ eingesammelte Kometenstaub wird nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde die bisherigen Theorien über die Entstehung von Kometen verändern.

Kometenstaub dpa

Winzige Krater auf einer Aluminiumfolie geben neue,überraschende Erkenntnisse über die Entstehung unseres Sonnensystems.

dpa WASHINGTON/HOUSTON. Der von der Nasa-Sonde „Stardust“ eingesammelte Kometenstaub wird nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde die bisherigen Theorien über die Entstehung von Kometen verändern.

Danach enthalten die winzigen Staubpartikel Mineralien, die in der Hitzeglut der Sonne geformt wurden und dann bis an den äußeren eiskalten Rand des Sonnensystems wanderten, wo die Kometen entstanden. Das sagte der Hauptsachverständige Don Brownlee am Montag (Ortszeit) im Johnson Spacecenter der Nasa in Houston.

Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass sich Kometen aus Eis, Staub und Gasen am Rand unseres Sonnensystems gebildet haben. Kometen, die Grundbausteine der Herausbildung unseres Sonnensystems vor 4,5 Mrd. Jahren enthalten, sind nach den neuen Erkenntnissen wesentlich komplexere Gebilde als bislang angenommen.

„Interessant ist, dass wir im kältesten Teil unseres Sonnensystems Proben gefunden haben, die unter extrem heißen Temperaturen geformt wurden“, sagte Brownlee. Kometen seien offenbar eine Mischung aus Materialien, die bei völlig unterschiedlichen Temperaturen nahe der Sonne oder weit von ihr entfernt an der Außengrenze unseres Sonnensystems entstanden seien, sagte Kurator Michael Zolensky.

Die Nasa-Wissenschaftler waren überrascht, als sie in den Partikeln des Kometen Wild zwei auch auf Spuren des gesteinsbildenden Minerals Olivine stießen. Diese Silikate entstehen nämlich bei hohen Temperaturen und enthalten unter anderem Eisen und Magnesium.

Die Raumsonde brachte am 15. Januar nach Angaben der Nasa- Wissenschaftler Mill. von Staubpartikeln zur Erde zurück. Zwei Dutzend davon sind mit bloßem Auge zu sehen. Andere sind wiederum nur wenige hundertstel Millimeter groß. Selbst diese Kleinstpartikel können noch für die wissenschaftliche Auswertung in Hunderte von Proben zerkleinert werden.

„Stardust“ kreuzte sieben Jahre im Weltall und legte dabei eine Strecke von rund 4,6 Mrd. Kilometern zurück. Im Januar 2004 sammelte die Sonde beim Vorbeiflug am Kometen Wild zwei Proben aus dessen Gas- und Staubwolke ein. Darüber hinaus brachte „Stardust“ winzige Staubteile zur Erde zurück, die aus anderen Galaxien in unser Sonnensystem gedriftet sind. Die Expedition kostete rund 168 Mill. Dollar (142 Mill. Euro).

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