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24.01.2008

19:50 Uhr

Wissenschaft

Menschen können Viren auf Schimpansen übertragen

Menschen können deutschen Forschern zufolge Viren auf Schimpansen übertragen. Die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie hatten Gewebeproben gestorbener Schimpansen analysiert.

dpa BERLIN/LEIPZIG. Menschen können deutschen Forschern zufolge Viren auf Schimpansen übertragen. Die Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie hatten Gewebeproben gestorbener Schimpansen analysiert.

Dabei fanden sie zwei typische Erreger von Atemwegserkrankungen bei Menschen, das Respiratory Syncytal Virus und das Metapneumovirus. Dies sei erstmals ein direkter Beleg für die Virusübertragung von Menschen auf Menschenaffen, teilte das RKI am Donnerstag mit. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachjournal „Current Biology“ veröffentlicht.

Die Viren, die die Wissenschaftler bei ihrer Studie im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste bei Schimpansen fanden, waren eng verwandt mit derzeit weltweit bei Menschen verbreiteten Stämmen. Daher dürfte - so die Schlussfolgerung der Forscher - die Übertragung auf die Tiere noch nicht lange zurückliegen.

Die Ansteckung mit den Viren kann für die Menschenaffen tödlich sein. Allerdings zeigt die Studie auch, dass Forschung und Tourismus die illegale Wilderei verringern. Dieser schützende Effekt wiege den negativen Einfluss der Übertragung von Krankheitserregern eindeutig mehr als auf, teilte das RKI weiter mit.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, die Wechselwirkungen zwischen Krankheitserregern bei Wildtieren und Menschen intensiv zu erforschen“, erklärte der Virologe und Präsident des Robert-Koch-Instituts, Reinhard Kurth.

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