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19.04.2006

18:40 Uhr

Wissenschaft

Neuartiger Test kann Therapieerfolg bei Brustkrebs vorhersagen

Mit einem von Heidelberger Forschern entwickelten Test lässt sich der Erfolg einer Chemotherapie bei Brustkrebs vorhersagen.

Mammographie dpa

Die Mammographie dient dazu, Brustkrebs zu erkennen.

dpa HEIDELBERG. Mit einem von Heidelberger Forschern entwickelten Test lässt sich der Erfolg einer Chemotherapie bei Brustkrebs vorhersagen. Bisher bilden sich nach der belastenden Behandlung bei 25 bis 30 Prozent aller Patientinnen die Tumore vollständig zurück, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg mitteilte.

Die anderen Betroffenen sprechen dagegen nicht oder nur teilweise auf die Medikamente an. Die Forscher können nun anhand eines bestimmten Genmusters prognostizieren, bei welchen Patientinnen die Therapie die Tumorzellen völlig vernichtet. Vor dem breiten Einsatz wollen die Mediziner nun größere klinische Studien starten.

Mit einem Genchip, der 21 139 menschliche Gene repräsentiert, identifizierten die Wissenschaftler in den Krebszellen von Betroffenen ein bestimmtes Muster an Genaktivitäten. Dieses Profil kennzeichnet solche Tumore, die mit einer Dreifachtherapie aus Gemcitabine, Docetaxel und Doxorubicin komplett zerstört werden. Das Aktivitätsmuster - eine so genannte Signatur mit 512 verschiedenen Genen - wandten die Forscher auf eine zweite Gruppe von erkrankten Frauen an - und konnten damit den Erfolg der Behandlung vorhersagen.

Für den Test wird Biopsiematerial (Gewebe) aus Krebsknoten benötigt. An der Heidelberger Studie beteiligten sich 100 Brustkrebspatientinnen, deren Tumore noch keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gebildet hatten. „Ob und wann der Test in der klinischen Routine eingesetzt werden kann, müssen nun Untersuchungen an größeren Gruppen von Patientinnen zeigen“, sagte Prof. Peter Lichter vom Krebsforschungszentrum.

Die Studie wird im „Journal of Clinical Oncology“ (Bd. 24, Nr. 12) veröffentlicht. Mit 55 000 Neuerkrankungen ist Brustkrebs dem Forschungszentrum zufolge die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.

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