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05.01.2007

06:45 Uhr

Wissenschaft

Nordsee-Fischen bleibt der Sauerstoff weg

Wärmere Temperaturen in den Sommermonaten rauben den Fischen der Nord- und Ostsee den Sauerstoff zum Atmen und bedrohen sie dadurch in ihrem Bestand.

Kabeljau  dpa

Studie: Im Sommer haben die Fische in der Nordsee immer weniger Sauerstoff.

dpa BREMERHAVEN/WASHINGTON. Wärmere Temperaturen in den Sommermonaten rauben den Fischen der Nord- und Ostsee den Sauerstoff zum Atmen und bedrohen sie dadurch in ihrem Bestand. Das berichten Hans-Otto Pörtner und Rainer Knust vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven im Journal „Science“ (Bd. 315, S. 95).

Bei steigender Wassertemperatur verschlechtere sich die Sauerstoffversorgung der Fische und breche schließlich zusammen. Die Forscher zeigen damit erstmals einen direkten Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen - etwa durch den Klimawandel -, dem resultierenden Sauerstoffmangel und Veränderungen der Bestandsdichte von Fischen.

Pörtner und Knust verglichen Daten aus dem deutschen Wattenmeer mit Laboruntersuchungen an Aalmuttern (Zoarces viviparus). Diese Art gilt als so genannter Bioindikator und erlaubt auch Rückschlüsse auf andere Fischarten der Nord- und Ostsee. Die Forscher fanden ein geringeres Wachstum und höhere Sterblichkeit der Aalmuttern in warmen Sommern mit Wassertemperaturen von mehr als 17 Grad Celsius.

Von 21 Grad Wassertemperatur an konnten die Fische nur noch kurzzeitig überleben, berichten die Forscher. Außer der Temperatur sei daher auch die Dauer, für die die Aalmuttern dem warmen Wasser ausgesetzt sind, von Bedeutung. Zudem verringern warme Sommer die Fruchtbarkeit der Tiere und wirken sich so auch auf die folgenden Jahrgänge aus, vermuten Pörtner und Knust.

Grund für die tödliche Wirkung des warmen Wassers sind seine physikalischen Eigenschaften: Je höher die Temperatur, desto weniger Sauerstoff kann Wasser aufnehmen. Dadurch steht den Fischen bei höheren Temperaturen weniger Sauerstoff zur Verfügung und sie drohen zu ersticken.

Innerhalb der vergangenen 40 Jahre ist die Wassertemperatur in der Deutschen Bucht um 1,13 Grad gestiegen, wie Pörtner und Knust erklären. In den nächsten 100 Jahren sei mit einem weiteren Anstieg um bis zu drei Grad in der nördlichen und bis zu beinahe vier Grad in der südlichen Nordsee zu rechnen.

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