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02.01.2007

21:40 Uhr

Wissenschaft

Osteoporose-Test beim Zahnarzt

Der gefürchtete Knochenschwund bei älteren Frauen lässt sich mit einem neuen Verfahren bereits auf Routine-Röntgenbildern beim Zahnarzt erkennen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Bone“ (Online- Vorabveröffentlichung).

dpa MANCHESTER. Der gefürchtete Knochenschwund bei älteren Frauen lässt sich mit einem neuen Verfahren bereits auf Routine-Röntgenbildern beim Zahnarzt erkennen. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal „Bone“ (Online- Vorabveröffentlichung).

Die Wissenschaftler haben ein Computerprogramm entwickelt, das die Dichte des Kieferknochens auf normalen Röntgenbildern analysiert und den Zahnarzt bei bedenklichen Werten informiert. Das Verfahren könnte nach Meinung der Forscher einen Schritt zur billigen Routineuntersuchung von Frauen auf Osteoporose bedeuten.

Der Knochenschwund betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. So sind in den westlichen Industrieländern nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 15 Prozent der Frauen in den Fünfzigern, 22 Prozent der Frauen in den Sechzigern und 38,5 Prozent der Frauen in den Siebzigern betroffen. Eine weit verbreitete Reihenuntersuchung (Screening) sei derzeit jedoch wegen der Kosten und des Mangels an Spezialisten und Testausrüstung kaum möglich, betonen die Forscher um Hugh Devlin von der Universität Manchester.

Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt seien dagegen weit verbreitet. Die Zahl solcher Röntgenbilder habe sich etwa in Großbritannien in den vergangenen 25 Jahren fast verdoppelt, schreiben die Forscher. Zum Start der Studie seien 652 Frauen mit dem gegenwärtig besten - aber teuren - Standardtest auf Osteoporose untersucht worden. „Das identifizierte 140 Betroffene“, sagte Devlins Universitätskollege Prof. Keith Horner. „Unser automatischer Röntgentest schlug sofort bei der Hälfte davon an.“ Diese Patientinnen wären normalerweise nicht unbedingt auf Osteoporose getestet worden.

In einer Alltagssituation würden Zahn-Patientinnen mit bedenklichen Kieferknochenwerten nach Vorstellung der Forscher für gezielte Osteoporose-Tests an einen Facharzt überwiesen. „Dieser billige, einfache und weitgehend automatisierte Ansatz könnte von jedem Zahnarzt ausgeführt werden, der Routine-Röntgenaufnahmen macht“, betonte Horner. Allerdings müssten zunächst die Medizintechnik-Unternehmen das Diagnoseprogramm in ihre Röntgenausrüstungen integrieren.

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