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13.03.2006

16:55 Uhr

Wissenschaft

Paul-Ehrlich-Preisträger hoffen auf Schub für Grundlagenforschung

Die diesjährigen Paul-Ehrlich-Preisträger, die US-Wissenschaftler Craig C. Mello und Andrew Z. Fire, drängen auf mehr Förderung der Grundlagenforschung. „Wir brauchen mehr Gelder für die Wissenschaft“, mahnte Prof. Mello am Montag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT/MAIN. Die diesjährigen Paul-Ehrlich-Preisträger, die US-Wissenschaftler Craig C. Mello und Andrew Z. Fire, drängen auf mehr Förderung der Grundlagenforschung. „Wir brauchen mehr Gelder für die Wissenschaft“, mahnte Prof. Mello am Montag in Frankfurt.

„Wir haben die Werkzeuge, viele Krankheiten zu heilen, tun es aber nicht, weil unsere Politiker andere Prioritäten setzen“, sagte Mello. Die beiden Forscher erhalten an diesem Dienstag in Frankfurt den international angesehenen Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter-Preis.

Mit dem mit insgesamt 100 000 Euro dotierten Medizin-Preis würdigt die Jury die Erkenntnisse des Biochemikers Mello (45) und des Biologe Fire (46) zum Regulieren der Genaktivität. Bei ihren Forschungen zur so genannten RNA-Interferenz entdeckten die Forscher, wie sich bestimmte Gene gezielt vorübergehend ausschalten lassen, um deren Funktion zu untersuchen. Kleine Moleküle, so genannte sirnas, seien ideale Werkzeuge dazu. Die Wissenschaftler versprechen sich von ihrer Arbeit neue Aufschlüsse etwa bei Viruskrankheiten.

Ebenfalls am 14. März, dem Geburtstag Paul Ehrlichs (1 854- 1915), wird die begehrte Auszeichnung erstmals zusätzlich als Nachwuchspreis vergeben. Diese mit 60 000 Euro dotierte Ehrung erhält in der Paulskirche die Nervenforscherin Ana Martin-Villalba (34) vom Deutschen Krebsforschungszentrums (Dkfz) in Heidelberg. Die Arbeiten der Spanierin ergaben, dass sich bei Querschnittslähmung durch die Blockade bestimmter Proteine Verbesserungen erzielen lassen: Im Tierversuch konnten querschnittgelähmte Mäuse nach vier Wochen Behandlungsdauer ihre Hinterbeine wieder bewegen.

Der erstmals verliehene Paul-Ehrlich- und Ludwig-Darmstaedter- Nachwuchspreis soll nach dem Willen der Jury die Bedeutung junger Wissenschaftler in Deutschland betonen. Die Auszeichnung richtet sich an bis zu 40 Jahren alte Forscher, die im deutschen Raum tätig sind.

Benannten sind die Auszeichnungen nach Paul Ehrlich, der das erste Mittel gegen die Geschlechtskrankheit Syphilis entwickelte und als Entdecker der modernen Therapie von Infektionskrankheiten gilt. Der Historiker Ludwig Darmstaedter (1 846-1927) wurde vor allem mit seiner Sammlung von Manuskripten bedeutender Forscher bekannt.

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