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09.01.2007

00:20 Uhr

Wissenschaft

Schwarzer Tee schützt Kreislauf nur ohne Milch

Teetrinker sollten einer Berliner Studie zufolge die Milch lieber weglassen - zumindest, wenn sie ihrem Herz- Kreislauf-System etwas Gutes tun wollen. Denn die gefäßschützenden Eigenschaften von Schwarztee gehen durch die in der Milch enthaltenen Kaseine vollständig verloren.

Tee dpa

Teetrinker sollten einer Studie zufolge die Milch lieber weglassen - zumindest, wenn sie ihrem Herz- Kreislauf-System etwas Gutes tun wollen.

dpa BERLIN/OXFORD. Teetrinker sollten einer Berliner Studie zufolge die Milch lieber weglassen - zumindest, wenn sie ihrem Herz- Kreislauf-System etwas Gutes tun wollen. Denn die gefäßschützenden Eigenschaften von Schwarztee gehen durch die in der Milch enthaltenen Kaseine vollständig verloren.

Das fanden Kardiologen der Berliner Charité heraus. „Schwarztee verbessert im Vergleich zu Wasser deutlich die Entspannungsfähigkeit der Arterien und damit den erhöhten Blutdurchfluss. Kippt man jedoch Milch hinzu, macht das diesen Schutzeffekt komplett zunichte“, berichtet der Molekularbiologe Mario Lorenz in einer Arbeit für das „European Heart Journal“ (online vorab veröffentlicht).

Das Forscherteam beobachtete diesen Effekt sowohl bei Versuchen mit Tieren als auch an Menschen. „Unsere Ergebnisse könnten auch eine Erklärung dafür sein, dass die positive Wirkung von Tee gegen Herzkrankheiten in Großbritannien ausbleibt - einem Land, in dem Tee gewöhnlich mit Milch getrunken wird“, erläuterte Charité-Kardiologie- Professorin Verena Stangl. Tee ist nach ihren Worten weltweit das zweithäufigste Getränk nach Wasser.

Die gefäßschützende Wirkung von schwarzem Tee geht den Forschern zufolge auf eine erhöhte Produktion von Stickstoffmonoxid zurück, das die Adern entspannt. Drei Kaseine aus der Milch behinderten jedoch diesen Effekt, vermutlich indem sie sich mit den schützenden Catechinen aus dem Tee verbinden.

Für die Studie untersuchten die Mediziner per Ultraschall die Unterarm-Arterien von 16 gesunden Frauen, die zu drei Gelegenheiten jeweils einen halben Liter Tee, Tee mit zehn Prozent fettarmer Milch oder, zur Kontrolle, gekochtes Wasser tranken. Zusätzlich testeten sie die Teewirkung auf die Hauptschlagadern von Ratten.

Auch die durch Studien bereits belegte Schutzfunktion von Tee vor Krebs könne durch die beobachtete Wechselwirkung in Frage gestellt werden - ebenso wie andere Forschungen, die allein die Schutzfunktion einzelner Ernährungsbestandteile untersuchten.

Solange - wie etwa bei Rotwein oder Olivenöl - nur einzelne Wirkstoffe und nicht die gesamte Ernährungsumgebung berücksichtigt würden, könnte dies die Aussagekraft der Ergebnisse verfälschen, betonte Stangl. Als nächstes wollen die Berliner Forscher die Schutzeffekte von Schwarz- und Grüntee miteinander vergleichen. Grüntee, dem vielfältige Schutzwirkungen zugeschrieben werden, wird gewöhnlich ohne Milch getrunken.

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