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27.03.2006

13:35 Uhr

Wissenschaft

Suchtmediziner: Schneller Entzug auch ohne Narkose wirksam

Der Turbo-Entzug von Heroin ist neuen Studien zufolge auch ohne komplette Narkose effektiv. Der Erfolg bei Patienten, die während der Entgiftung lediglich Beruhigungsmittel bekamen, war genauso gut wie bei denen, die unter Narkose behandelt wurden.

dpa BERLIN. Der Turbo-Entzug von Heroin ist neuen Studien zufolge auch ohne komplette Narkose effektiv. Der Erfolg bei Patienten, die während der Entgiftung lediglich Beruhigungsmittel bekamen, war genauso gut wie bei denen, die unter Narkose behandelt wurden.

Das berichtete Prof. Cor de Jong (Universität Nijmegen) zum Abschluss der 3. Berlin Stapleford Konferenz zu Suchtmedizin. An der Nijmeger Studie hatten 272 süchtige Patienten mitgewirkt. In den Niederlanden wird der Turbo-Entzug ab 2007 von den Krankenkassen bezahlt.

Die Methode zur Rückfall-Vorbeugung mit dem so genannten Opiat-Antagonisten Naltrexon hilft den Süchtigen abstinent zu bleiben. In Deutschland hat sie sich als Alternative zu Methadon bislang nicht durchgesetzt. Naltrexon blockiert die Stellen im Nervensystem, an denen sonst Opiate andocken, um ihre Wirkung zu entfalten. Der Effekt: Das Rauschgift wirkt nicht mehr.

Naltrexon-Implantate, die den Wirkstoff von zwei Monaten bis zu einem Jahr lang freisetzen, verhindern Rückfälle. Allerdings werden die recht großen Implantate nicht immer gut vertragen. Prof. Herb Kleber von der Columbia University in New York präsentierte in Berlin Studien-Ergebnisse, wonach Naltrexon auch als Injektion wirksam ist. Eine Zulassung in den USA steht unmittelbar bevor.

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